Baileys Hammer vertreibt den Fluch des Tabellenzweiten

Angetrieben vom einmal mehr überragenden Leon Bailey hat Bayer Leverkusen im spannenden Rennen um die Bundesliga-Vizemeisterschaft wieder die Führung übernommen.

Damit gewann zum ersten Mal seit dem 10. Spieltag wieder eine Mannschaft, die vor dem Spieltag auf Platz 2 stand.

Die Werkself eroberte durch ein hochverdientes 2:0 (0:0) gegen den FSV Mainz 05 den zweiten Tabellenplatz zurück und machte damit einen weiteren Schritt Richtung Champions League. Die Mainzer blieben hingegen auch in ihrem zehnten Auswärtsspiel der Saison sieglos und müssen den Blick weiter nach unten richten. (Die Tabelle der Bundesliga)

Trainer sind sich einig

"Der Sieg geht absolut in Ordnung. Mainz hat das in der ersten Halbzeit gut verteidigt, wir sind nur zweimal zum Abschluss gekommen. Nach der Pause haben wir es besser gemacht, hätten aber noch die eine oder andere Kontersituation besser ausspielen müssen", sagte Bayer-Coach Heiko Herrlich.

Herrlichs Einschätzung teilte auch Mainz-Coach Sandro Schwarz: "Wenn man die 90 Minuten betrachtet, war es ein verdienter Sieg für Leverkusen. In der ersten Halbzeit haben wir es vor allem in der Defensive ganz gut gemacht, aber wir konnten selbst keine Nadelstiche setzten. Mit dem schönen Tor von Bailey war aber der Stecker bei uns gezogen, und mit dem Elfmeter war der Deckel drauf."

Mit seinem achten Saisontreffer brachte das jamaikanische Supertalent Bailey die Mannschaft von Trainer Heiko Herrlich in der 48. Minute auf die Siegerstraße.


Vereinsrekord für Bayer

Wendell (68.) machte anschließend mit einem Foulelfmeter, den der frühere Leverkusener Giulio Donati an Lucas Alario verursacht hatte, den neunten Dreier für Bayer in dieser Spielzeit perfekt.

Bailey hatte bereits zuvor für einen Vereinsrekord gesorgt. In 24 Bundesliga-Begegnungen in Folge hat Bayer immer mindestens einen Treffer erzielt und damit die alte Bestmarke aus der Saison 1999/2000 überboten. 

"Manchmal braucht man einen Treffer aus der Distanz, damit sich Räume ergeben", sagte Leverkusens Nationalspieler Julian Brandt, der mit Bailey den Positionstausch ohne Rücksprache mit Herrlich verabredet hatte: "Wir können unsere Positionen wechseln, das ist kein Problem, sie müssen nur besetzt sein."


Brandt weiter: "Mainz hat in der ersten Hälfte die Räume dicht gemacht, wir sind nicht entscheidend durchgekommen. Manchmal braucht man einen Treffer aus der Distanz, damit sich Räume ergeben." Sein optimistischer Ausblick: Hier wächst etwas Großes heran, wir spielen eine super Saison."

Vor 25.471 Zuschauern hatten die Gastgeber die Partie von Beginn an im Griff und schnürten die Mainzer in deren Hälfte ein. Bayer inszenierte einen gefälligen Angriff nach dem anderen, lediglich im Strafraum des FSV fehlte zunächst die letzte Entschlossenheit und Präzision. 

Baileys Schuss sorgt für die Wende

Die Gäste wirkten in der ersten Hälfte völlig überfordert und stürzten von einer Verlegenheit in die andere. Die Mannschaft von Trainer Sandro Schwarz hatte zudem Glück, dass Schiedsrichter Frank Willenborg (Osnabrück) nach einem Handspiel von Nigel De Jong im Mainzer Strafraum nicht auf Elfmeter entschied.

In der Folge verpassten Bailey per Freistoß, der frühzeitig für den verletzten Ex-Mainzer Julian Baumgartlinger eingewechselte Dominik Kohr und Alario die mögliche Leverkusener Führung. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)


Mainz kam vor der Pause nur sporadisch vor der Bayer-Tor, richtig gefährlich wurde es für Nationaltorwart Bernd Leno aber nicht. Lediglich der zuletzt starke Yoshinori Muto machte mit zwei guten Aktionen auf sich aufmerksam. 6:0 Ecken und 75:25 Prozent Ballbesitz für Bayer dokumentierten vor der Pause die Überlegenheit der Hausherren.

Bailey bescherte den Gastgebern dann einen optimalen Start in die zweite Hälfte, als er sich ein Herz fasste und aus 20 Metern FSV-Torwart Robin Zentner keine Chance ließ. Danach gab er weiter Einbahnstraßenfußball in Richtung Mainzer Tor. Bayer verpasste es aber zunächst, aus seiner Überlegenheit mehr Kapital zu schlagen. (Spielplan und Ergebnisse)

So hätte Nationalspieler Julian Brandt ebenfalls mit einem starken Weitschuss in der 53. Minute frühzeitig für klare Verhältnisse sorgen können, was wenig später Wendell vom Punkt gelang.