Baidu bricht ein - das müssen Anleger jetzt wissen!

Martin Weiß
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Kein Aprilscherz: Baidu nach Korrektur ein Kauf

Die Angst der Anleger vor einem Handelskrieg zwischen den USA und China hat Chinas Tech-Elite am Donnerstag massiv belastet und insbesondere bei Baidu zu deulichen Kursverlusten geführt. Die Aktie büßte 5,6 Prozent an Wert ein und droht nun die alten Tiefs zu testen. Sollten Anleger abspringen?

Moderate Antwort aus Peking

Donald Trumps Pläne für Strafzölle gegen China lassen die Börse unruhig werden. Das Weiße Haus kündigte am Donnerstag entsprechende Maßnahmen an, die Waren im Wert von 60 Milliarden Dollar betreffen. Chinas Antwort ließ nicht lange auf sich warten, fiel mit einem Volumen von drei Milliarden Dollar und den Zielbereichen –  unter anderem Schweinefleisch und recycletes Aluminium – jedoch überraschend moderat aus.

Die Reaktion der Anleger hingegen war keineswegs moderat. Der Dow Jones klappte um 750 Punkte zusammen, S&P 500 und Nasdaq verloren ebenfalls deutlich. Zu den größten Verlierern im Techsegment zählte dabei Baidu. Die Aktie tendierte vom Handelsstart weg leichter und türmte am Ende einen Verlust von 5,5 Prozent oder 14 Dollar auf.

Überraschende Reaktion

Auf den ersten Blick überraschen die Kursverluste, denn Baidu erzielt praktisch seine gesamten Umsatzerlöse (2017: 13 Milliarden Dollar) in der Heimat. Inwiefern sollten US-Strafzölle das Unternehmen treffen? Die Antwort: überhaupt nicht. Zwar betreibt Baidu seit einiger Zeit zwei Forschungseinrichtungen für AI/KI/Autonomes Fahren in den Vereinigten Staaten. Hierbei geht es den Chinesen jeodoch hauptsächlich um Kundennähe und das Anwerben von Talenten.

Ansonsten ist der Newsflow bei Baidu eher positiv: das anstehende Milliarden-IPO der Video-Streaming-Tochter iQiyi, die Genehmigung aus Peking, fünf selbstfahrende Autos in der Metropole testen zu dürfen.

Ein möglicher Erklärungsansatz: Bloomberg berichtet unter Berufung auf inoffizielle Quelle, dass sich Baidu in zwei Tranchen insgesamt 1,5 Milliarden Dollar am Anleihemarkt beschaffen will. Moody's und Fitch vergeben für die Titel Höchstnoten von A3 bzw. A.

So what? Gerade noch sah es aus, als wollte der Titel das 2017er-Hoch bei 275 Dollar ins Visier nehmen und jetzt kämpft die Aktie mit der Unterstützung auf Höhe der GD200-Linie bei 231 Dollar. Hält die Marke nicht, lauten die nächsten Kursziele auf 225 Dollar (horizontale Unterstützung) und 207 Dollar (Korrekturtief Februar).

Fazit: Operativ läuft es für Baidu gut. Der Konzern richtet seine Strategie auf AI/KI und Autonomes Fahren aus und erntet langsam die ersten Früchte. Charttechnisch verdüstert sich der Himmel erst, wenn die genannten Unterstützungen gerissen werden. Wer langfristig an das Thema China, KI/AI und selbstfahrende Autos glaubt, sollte sehr schwache Tage nutzen, um die Papiere einzusammeln.