Bahnstreik in Frankreich am Sonntag etwas abgeschwächt

Bahnstreik in Frankreich

Die Streiks im Bahnverkehr in Frankreich haben sich am Sonntag leicht abgeschwächt. Am dritten Tag des Ausstands blieb ein gutes Drittel der für den Verkehr unverzichtbaren Bahnmitarbeiter der Arbeit fern, wie die staatliche Bahngesellschaft SNCF mitteilte. Am Dienstag und Mittwoch waren es knapp die Hälfte gewesen. Entsprechend geringer fielen die Störungen des Zugverkehrs aus; von den Fernverkehrsverbindungen musste ein Fünftel gestrichen werden, der Regionalverkehr war mit einem Drittel an Zugausfällen stärker betroffen.

Die SNCF warnte jedoch vor voreiligen Schlüssen, dass der Streik an Kraft verlieren könne. Die geringere Mobilisierung könne auch auf das Wochenende zurückzuführen sein. Erst die Entwicklung am Montag lasse einen Rückschluss auf die weitere Streikbereitschaft der Bahnmitarbeiter zu, hieß es. Gewerkschaftsvertreter drohten bereits, die Streiks über Juni hinaus auszudehnen.

Nach zwei Streiktagen am Dienstag und Mittwoch war der Protest vorübergehend bis Samstag ausgesetzt gewesen. Der Zugverkehr normalisierte sich am Donnerstag und Freitag wieder.

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat eine Bahnreform angekündigt, mit der er den Personenverkehr ab 2020 wie von der EU beschlossen für den Wettbewerb öffnen will. Die Gewerkschaften protestieren vor allem gegen die geplante Abschaffung des beamtenähnlichen Status der Bahnbeschäftigten.