Zugverkehr nach Brandanschlägen noch immer eingeschränkt

Brandanschläge auf die Bahnanlagen hatten am Samstag zu Ausfällen auf den Zugstrecken zwischen Berlin, Hamburg und Hannover geführt. Foto: Christian Pörschmann

An zwei Bahnhöfen gab es am Samstag Brandanschläge, die Auswirkungen sind groß: Züge von Berlin nach Hamburg und Hannover werden umgeleitet. Auch am Sonntag läuft noch nicht alles nach Plan. Hat eine Nazi-Demo in Berlin etwas damit zu tun?

Berlin (dpa) - Wegen zwei Bränden ist es am Wochenende im Bahnverkehr von Berlin nach Hamburg und Hannover zu erheblichen Einschränkungen gekommen. Unbekannte verübten am Samstagmorgen auf einen Kabelschacht und eine Signalanlage, wie die Bahn mitteilte.

Die Strecken Berlin-Hannover und Berlin-Hamburg mussten den ganzen Samstag gesperrt bleiben. Nach Hannover konnten einige Züge von Sonntagmorgen an wieder fahren, die Strecke nach Hamburg blieb auch am Sonntag noch komplett gesperrt. Es gebe noch keine Prognose, wann es dort weitergehe, sagte eine Bahnsprecherin der Deutschen Presse-Agentur.

Die Züge wurden umgeleitet und waren rund 60 Minuten verspätet. Auf der Strecke nach Hannover fuhren auch am Sonntag zunächst nur Fernverkehrszüge der Linie 10 (Berlin - Düsseldorf/Köln) auf der Strecke. Dabei sei mit Verzögerungen von 30 bis 45 Minuten zu rechnen, erklärte die Bahn. Alle weiteren Linien würden weiter über Magdeburg umgeleitet.

Die Polizei Brandenburg suchte auch am Sonntag weiter nach den Tätern. Ein Sprecher schloss einen Zusammenhang mit einer Neonazi-Demo in Berlin-Spandau nicht aus. Dort demonstrierten am Samstag mehrere hundert Rechte anlässlich des Todestags des Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß, der in Spandau im Gefängnis saß und sich dort 1987 das Leben nahm.