Bahnrad-EM: Nach ein paar Bier war Perkins plötzlich ein Russe

Der Australier Shane Perkins mit seinem russischen Pass

Berlin.  Wenn die russische Nationalhymne ertönt, weiß Shane Perkins, was er zu tun hat. Er steht auf, obwohl die Oberschenkel vom letzten Sprint noch brennen. Denn obwohl sein Name es nicht erahnen lässt, hat der 30-Jährige eine große Nähe zu den Russen. Mehr noch, seit August ist er sogar selbst einer. "Das fühlt sich noch ganz schön aufregend an", sagt er.

Durch seinen Wechsel der Staatsbürgerschaft kommt der gebürtige Australier nun zu dem Vergnügen, im Berliner Velodrom erstmals bei einer Bahnrad-Europameisterschaft an den Start zu gehen. "Trotz meiner Erfahrung war ich vor den ersten Rennen ziemlich nervös", so Perkins. Routine besitzt er eine ganze Menge, 2012 gewann er für sein Heimatland bei den Olympischen Spielen Bronze im Sprint. Im selben Jahr wurde er Weltmeister im Teamsprint, 2011 gewann er den WM-Titel im Keirin. Bei der EM fuhr er mit den russischen Teamsprintern auf Rang vier. Sonntag will er sein Glück im Keirin versuchen (Finalrennen ab 14.30 Uhr).

Über Japan in den neuen Verband

Russland wäre sicher nicht bei vielen die erste Wahl als neue Nation, das politische Terrain ist schwierig, der Sport allgemein dopingbelastet. Doch Perkins traf für sich die Entscheidung, es zu versuchen. "Der australische Verband hat sich entscheiden, mich nicht mehr zu unterstützen", erzählt er. Kurz vor Olympia in Rio fiel er aus dem Elite-Team.

Anschließend konzentrierte er sich auf die lukrative Keirin-Serie in Japan, die er seit Jahren fährt, und überlegte mit seiner Frau, ob er aufhör...

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