Bahn verkauft Strom an Privatkunden

Die Bahn ist selbst einer der größten Stromverbraucher in Deutschland. Foto: Oliver Berg

Die Deutsche Bahn verkauft künftig Strom an Privatkunden und hat dabei vor allem ihre Fahrgäste im Blick. «Wir beherrschen die Strombeschaffung und die Prozesse dahinter, große Mengen Energie an die richtige Stelle zu bringen.

Wer Bahn kann, kann auch Strom», sagte der Chef der DB Energie, Hans-Jürgen Witschke, der Zeitung «Die Welt» (Mittwoch). Der Start ist demnach bereits für diesen Mittwoch geplant. Details will das Unternehmen in Frankfurt vorstellen.

Bis zum Jahresende peilt der Staatskonzern eine «fünfstellige Kundenzahl» an, in den kommenden drei bis fünf Jahren eine sechsstellige. Mit den eigenen Fahrgästen habe das Unternehmen «eine Zielgruppe, die wir überzeugen wollen», sagte Witschke. Als Wechselprämien würden etwa Bahncards oder Reisegutscheine angeboten. Die Bahn-Tochter DB Energie beliefert bereits Geschäftskunden.

«Wer werden keine Kampfpreise machen, wir kaufen uns keine Marktanteile. Aber unsere Produkte werden immer günstiger sein als der Standardtarif des Grundversorgers», sagte Witschke. Demnach handelt es sich ausschließlich um Ökostrom, angeboten werden zwei Tarife, die nur online abzuschließen sind. Daher sei das Bahn-Angebot auch günstiger als andere Standardtarife, so das Blatt.

Die Bahn ist selbst einer der größten Stromverbraucher in Deutschland. 20 000 elektrische Züge rollen pro Tag durch Deutschland. Zusammen mit anderen Eisenbahnunternehmen summierte sich das 2016 auf 10 000 Gigawattstunden. Das ist fast so viel Strom, wie die Großstadt Berlin im Jahr verbraucht.