Warum die Bahn-Reform zum wohl größten Test für Macron wird

Leonhard Landes
Macron (Mitte) spricht mit dem Chef der SNCF, Guillaume Pepy (links).

Frankreich steht vor einer massiven Streikwelle: Am Dienstag will die Mehrheit der Mitarbeiter der staatlichen Eisenbahngesellschaft SNCF die Arbeit einstellen.

77 Prozent der Lokführer wollen dann ihre Arbeit niederlegen, nur zwölf Prozent der geplanten Fernzüge und nur jeder fünfte Regionalzug werden fahren. 

Grund für den Streik ist eine Reform der Bahngesellschaft auf Initiative der französischen Regierung. Die Kraftprobe zwischen SNCF, Gewerkschaften und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron könnte sich wochen- oder sogar monatelang hinziehen.

Der Konflikt um die französische Bahnreform – auf den Punkt gebracht.

Was Macron ändern will:

► Die wirtschaftlichen Zahlen der SNCF zeigen: Die Bahn in Frankreich braucht eine Reform.

► Zwar konnte das Unternehmen im vergangenen Jahr seinen Gewinn auf gut 1,3 Milliarden Euro mehr als verdoppeln. Aber: Der Schuldenberg ist mit 46,6 Milliarden Euro nach wie vor zu groß.

► Die französische Regierung will den beamtenähnlichen Status der Bahnbeschäftigten abschaffen. Lokführer der SNCF gehen derzeit etwa im Schnitt mit 54 Jahren in Ruhestand.

► Mit dem Umbau des Unternehmens hat die Regierung auch in Aussicht gestellt, einen Teil der Schulden zu übernehmen. 

Warum der Protest für Macron brisant ist:

► 74.000 Beschäftigte hat die SNCF, jeden Tag transportieren die Züge der französischen Bahn etwa fünf Millionen Menschen. Die Protestwelle könnte bis Ende Juni dauern, gestreikt werden soll im Wechsel – zwei Tage Arbeitsniederlegung und drei Tage Betrieb.

► Brisant ist der Streik für die...

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