Bahn-Konkurrent im Check: Wie gut ist der FlixTrain?

Mitte April 2018 soll bei FlixTrain die Strecke Stuttgart-Berlin dazukommen. (Bild: FlixTrain)

Fünf Jahre ist es her, seit FlixBus mit seinen grünen Fahrzeugen den Markt für Fernbusse aufgemischt hat. Mitte April schickt das Unternehmen auf zwei innerdeutschen Strecken auch Züge auf den Weg. Zeit für einen Check des Bahn-Konkurrenten!

Zwischen Köln und Hamburg rollen sie schon, die grünen Waggons von FlixTrain, die zum Fernbusunternehmen FlixBus gehören. Mitte April 2018 soll die Strecke Stuttgart-Berlin dazukommen. Dass die FlixTrains auf Langstrecken unterwegs sind, ist besonders bemerkenswert. Denn dort hat die Deutsche Bahn einen Marktanteil von 99 Prozent. Erfolgreiche Konkurrenzunternehmen wie die Bayerische Oberlandbahn, die Enno in Niedersachsen oder die Eurobahn in Nordrhein-Westfalen sind bislang nur im Nahverkehr unterwegs, wo der Anteil der Deutschen Bahn bei unter 70 Prozent liegt.

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Ein Einstieg in den Nahverkehr gilt als weniger riskant, da dieser subventioniert wird und es einen Ausschreibungswettbewerb gibt. Wer sich dagegen im Fernverkehr etablieren will, muss alleine sehen, wie er anfallende Kosten für das Befahren der Bahngleise, die Bahnhofnutzung und natürlich für die Züge selbst wieder hereinholt.

Wie FlixTrain seine Kunden ködern will, ist ziemlich klar: über die billigen Preise. Wer von Hamburg nach Köln fahren will, zahlt für eine einfache Fahrt ab 9,99 Euro. Teurer als 29,99 Euro wird es nie. Verglichen mit der Deutschen Bahn sind das Superschnäppchen. Dort kostet ein Ticket für die zweite Klasse regulär 93,50 Euro. Wer einen Sparpreis erwischt und sich nicht daran stört, eine Zugbindung zu haben, kann allerdings auch mal ein Ticket für 29,90 Euro bekommen.

Mit der Frequenz der Bahn kann FlixTrain nicht mithalten

Etwas über vier Stunden dauert die Fahrt bei beiden Unternehmen. Bei einem Punkt kann der Neueinsteiger allerdings nicht mithalten: Mit der Frequenz, in der der Bahn die Ziele ansteuert. Denn der FlixTrain ist je nach Wochentag zu unterschiedlichen Zeiten nur zweimal auf der Strecke unterwegs. Mittwochs fährt er gar nicht. Der einzige Lichtblick: Der FlixBus-Mitgründer André Schwämmlein hat bereits angekündigt, die Taktung im Sommer erhöhen zu wollen. Dazu sollen dann laut „Reisereporter.de“ auch 28 neue Ziele bedient werden.

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Wer am liebsten im Großraumwaggon sitzt, hat beim FlixTrain ebenfalls Pech gehabt. Dort gibt es nur Abteilwaggons mit jeweils sechs Plätzen, die laut „Reisereporter.de“ ihre besten Tage schon hinter sich haben. Die Sitze seien ausgesessen, heißt es da, die Schiebetüren alt, Steckdosen nicht überall vorhanden und wenn doch, zum Teil nicht funktionsfähig. Allerdings steht das Personal mit Powerbanks bereit. Wer öfter mit der Deutschen Bahn unterwegs ist weiß, dass das mit dem WLAN auch dort durchaus problematisch sein kann. Was die Verpflegung betrifft, müssen FlixTrain-Kunden mit Getränken und kalten Snacks vorlieb nehmen.

Für die Zukunft, sagt FlixBus-Chef André Schwämmlein, hoffe das Unternehmen auf 500.000 Fahrgäste pro Jahr auf seinen Strecken. Zum Vergleich: 2016 hatte die Deutsche Bahn mit zwei Milliarden Fahrgästen im innerdeutschen Schienenpersonenverkehr ein Rekordergebnis erzielt.

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