BAFTA Awards 2018: Salma Hayeks Seitenhieb gegen männliche Kollegen

Salma Hayek bei den 71. British Academy Film Awards in London. (Bild: AP Photo/Star Max 2)

Am Sonntagabend wurden die 71. „British Academy of Film and Television Awards“, kurz BAFTA, vergeben. Und auch dieser Abend in London stand ganz im Zeichen der „#MeToo“- und „Time’s Up“-Bewegung. Salma Hayek konnte sich dabei eine bissige Bemerkung über ihre männlichen Kollegen nicht verkneifen.

Hayek sprach mit ernster Stimme, als sie die Kategorie „Beste männliche Hauptrolle“ in der Londoner Royal Albert Hall präsentierte. „In diesem sehr wichtigen und historischen Jahr für Frauen stehe ich hier, auf dieser legendären Bühne, um Männer zu zelebrieren.“


Die 51-Jährige bekundete mit ihrem sarkastischen Kommentar ihre Solidarität für die weltweit aufblühende Frauenbewegung gegen sexuelle Übergriffe und ungleiche Bezahlung im Filmgeschäft. Doch die „From Dusk Till Dawn“-Darstellerin wollte es dabei nicht belassen und holte erneut aus: „Es ist mir eine große Freude, die Nominierungen für den Hauptrollen-Award zu präsentieren. Dies ist eine außergewöhnliche Sammlung von Schauspielern in Bestform und aufstrebenden Talenten, die bereits erstklassige Arbeit leisten“, sagte sie. Nachdem die Namen der Nominierten vorgetragen wurden, fuhr sie fort: „Und die Gewinnerin ist: Frances McDormand.“

US-Schauspielerin Frances McDormand (Bild: AP Photo)

Musste das sein?

Was sollte das denn? Das Publikum reagierte unruhig: Frances McDormand ist eigentlich die Hauptdarstellerin im Drama „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“. „Nee, kleiner Scherz”, erklärte Hayek schnell und gab den wahren Gewinner preis: „Der Award geht an Gary Oldman”. Mit diesem Scherz ruinierte sie leider dem Preisträger seinen zurecht verdienten Moment des Abends.


Oldman nahm den Spaß auf seine Kosten – gentleman-like – mit Fassung und umarmte Hayek freundschaftlich beim Überreichen des Preises.



Ganz fair war Hayeks Reaktion jedoch nicht: Sie hatte in diesem Fall eine geschlechterspezifische Kategorie präsentiert und öffentlich kritisiert. Anders war es bei Kollegin Natalie Portman bei den Golden Globes wenige Wochen zuvor: Portman hatte bei ihrem Auftritt darauf hingewiesen, dass sie eine Kategorie präsentierte, in der sich auch eine Frau gut machen würde. „Wir freuen uns sehr, die Auszeichnung für den besten Regisseur zu präsentieren”, hatte Kollege Ron Howard vorgetragen, dem Portman hinzufügte: „Und hier sind die ausschließlich männlichen Nominierten”. Ein Kommentar, der genau zur aktuellen Lage passte: Nur Männer waren nominiert, obwohl beispielsweise auch “Lady Bird”-Macherin Greta Gerwig als Favoritin gegolten hatte.

Bei Hayek ist es hingegen weniger nachvollziehbar, was sie mit der bissigen Bemerkung erzielen wollte – in diesem Fall leider zu Unrecht auf Kosten des Gewinners Gary Oldman.

Eine eindeutigere Aussage trafen Hayek und ihre Kollegen mit ihren Outfits: Auch an diesem Abend hatten die geladenen Schauspielerinnen und Schauspieler mit ihrer schwarzen Abendgarderobe erneut ein klares Statement für die „Time’s Up“-Bewegung gesetzt.

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