Bafin-Präsident: Schärfere Bankenregeln weltweit umsetzen

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutschlands Bankenaufseher dringen auf die weltweite Umsetzung der im Dezember nach langem Ringen vereinbarten schärferen Kapitalregeln ("Basel III"). "Entscheidend ist jetzt, dass alle Mitgliedstaaten des Baseler Ausschusses die Regeln in ihre nationalen Gesetze umsetzen - ohne sich Rosinen herauszupicken und Standards zu verwässern", bekräftigte der Präsident der Finanzaufsicht Bafin, Felix Hufeld, am Mittwoch in Frankfurt. "Basel III ist ein Gewinn für alle. Ein Spaziergang wird es für keinen."

Nach den neuen Regeln, die vollständig ab 2027 greifen sollen, dürfen Großbanken bei der Berechnung von Kreditrisiken nur eingeschränkt interne Modelle anwenden. Von besonders wichtigen Instituten verlangen die Aufseher zudem noch dickere Kapitalpuffer.

Um kleinere und mittlere Banken nicht zu überfordern, will sich die Bafin jedoch gemeinsam mit Bundesfinanzministerium und Bundesbank weiterhin für Entlastungen einsetzen. Die Baseler Empfehlungen seien "seit jeher für die Dickschiffe unter den Banken gedacht, die sich auch in ausländischen Gewässern bewegen", erklärte Hufeld laut Redetext. "Wir diskutieren daher gerade darüber, ob und wie wir die Regelungen proportionaler auf kleinere Banken in der EU zuschneiden können, ohne Abstriche in der Stabilität zu machen."

Zugleich mahnte der Bafin-Chef erneut, das Tempo beim Aufbau des zusätzlichen Kapitalpuffers in der Lebensversicherungsbranche zu drosseln. Um hohe Garantien für Altverträge in der Zinsflaute abzusichern, müssen die Versicherer seit 2011 finanziell Vorsorge treffen. Bis Ende 2017 dürfte die sogenannte Zinszusatzreserve Hufeld zufolge auf rund 60 Milliarden Euro gewachsen sein. Das sei ein beachtliches Sicherheitspolster für die Kunden. "Es ist aber weder erforderlich noch ratsam, diese - grundsätzlich sehr sinnvolle - Reserve weiterhin im bisherigen Tempo aufzubauen", mahnte Hufeld.