Bafin-Chef Hufeld muss nach Wirecard-Skandal den Hut nehmen

Nicholas Comfort und Birgit Jennen
·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Die Vorgänge um den Zusammenbruch der Wirecard AG haben Felix Hufeld den Job als oberster deutscher Finanzaufseher gekostet.

Hufelds Sessel hatte bereits seit Wochen gewackelt, nachdem eine Reihe von Fehlleistungen der Bundesanstalt für Finanzmarktaufsicht in Zusammenhang mit Wirecard bekannt geworden waren. Die Mitteilung, dass die Bafin einen ihrer eigenen Mitarbeiter wegen Insiderhandels mit Wirecard-Papieren bei der Staatsanwaltschaft angezeigt hat, bildete den vorläufigen Höhepunkt.

In einer Mitteilung des Bundesfinanzministeriums hieß es am Freitag, Ressortchef Olaf Scholz und Hufeld seien in einem gemeinsamen Gespräch “einvernehmlich zu dem Entschluss gekommen”, dass es “einen personellen Neustart an der Spitze der Bafin“ geben sollte. Auch die BaFin-Exekutivdirektorin für Wertpapieraufsicht, Elisabeth Roegele, stellt ihr Amt zur Verfügung.

Der Skandal um Wirecard habe offenbart, “dass die deutsche Finanzaufsicht eine Re-Organisation braucht, um ihre Aufsichtsfunktion effektiver erfüllen zu können”, sagte das Ministerium. Ergebnisse einer Untersuchung der Bafin, beauftragt durch das Ministerium, würden in der kommenden Woche präsentiert.

Der tiefe Fall von Wirecard vom Star der Fintech-Szene zur nationalen Schande beschäftigt inzwischen einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss im Wahljahr 2021. Das umstrittene Leerverkaufs-Verbot von Wirecard-Aktien, das Bafin 2019 verhängt hatte, setzte die Behörde im Nachhinein der Kritik aus, das deutsche Establishment habe das Unternehmen beschützt, statt Hinweisen über Verfehlungen nachzugehen.

Hufeld kam unter immer größeren Druck, nachdem der Zahlungsdienstleister letztes Jahr ein 1,9-Milliarden-Euro-Loch in der Bilanz eingestand und damit den größten Bilanzskandal der deutschen Geschichte auffliegen ließ. Auch für Finanzminister Scholz wurde er angesichts der bevorstehenden Wahlen immer mehr zur politischen Hypothek.

Hufeld hatte zwar Fehler eingestanden aber die Darstellung, die Behörde habe Wirecard schützen wollen, stets zurückgewiesen. Er versprach dem Versagen “auf den Grund zu gehen” und die Bafin zu reformieren, um derartige Fehler in Zukunft zu verhindern. Das wird jetzt ein anderer übernehmen.

(Ergänzt um Roegele-Rücktritt)

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