Baerbock fordert Handeln statt Reden beim Klimaschutz

·Lesedauer: 2 Min.
Grünen-Kanzlerkandidatin Baerbock

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock drängt auf konkretes Handeln statt bloßer Ankündigungen beim Klimaschutz. "Wir brauchen radikale Maßnahmen für heute", sagte sie am Mittwochabend im Online-Forum der "Frankfurter Rundschau". "Klimaschutz fällt nicht vom Himmel, sondern er muss auch gemacht werden."

Notwendig sei etwa der rasche weitere Ausbau des Ökostroms. "Wir werden aus den fossilen Energien nur aussteigen können, wenn wir hundert Prozent erneuerbare Energien haben", sagte die Grünen-Chefin. Dazu gehöre "der massive Ausbau von Windkraftanlagen, damit wir wirklich den Kohleausstieg deutlich vorziehen können".

Die Grünen fordern hier statt 2038 ein Enddatum bereits 2030 - ebenso wie neuerdings auch CSU-Chef Markus Söder. Dessen Ankündigungen bewertete Baerbock allerdings skeptisch. Allein das Nennen neuer Ziele ohne konkrete Maßnahmen sei nicht zielführend. Notwendig sei vielmehr ein Klimaschutz-Sofortprogramm, sagte sie. In allen Bundesländern sollten Windkraftanlagen auf jeweils zwei Prozent der Landesfläche aufgebaut werden.

"Wir erleben, dass die Klimakrise jetzt ist und zwar nicht am anderen Ende der Welt, sondern bei uns direkt vor Ort", sagte Baerbock mit Blick auf die aktuelle Flutkatastrophe. Daher müsse auch die Vorsorge für Folgen des Klimawandels verstärkt werden. "Konkret heißt das, den Kommunen, den Städten Geld in die Hand zu geben, damit sie sich gegen solche Extremwetterereignisse besser rüsten können", verlangte die Grünen-Politikerin.

"In diesem Land stecken so viel Kraft und so viele gute Ideen", sagte Baerbock weiter. "Jetzt braucht es eine Politik, die diese guten Ideen auch umsetzt und voranbringt", drängte sie auf einen Politikwechsel nach der Bundestagswahl. Es müsse darum gehen, "nicht nur zu reden, sondern auch wirklich zu machen und das ist für mich der zentrale Auftrag".

Als weitere politische Schwerpunkte nannte Baerbock die Stärkung Europas und das Thema Gleichstellung. "Das gemeinsame Friedensprojekt Europa immer weiter zu bauen, das ist unsere größte Chance", hob sie hervor. Der Frieden werde immer dann gestärkt, "wenn Menschen und Länder so eng miteinander verzahnt sind".

Mit Blick auf Gleichberechtigung forderte Baerbock vor allem weitere Fortschritte bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dies müsse "eine absolute Priorität in der politischen Gestaltung unseres Landes" haben. Als Konsequenz aus der Corona-Pandemie forderte Baerbock eine Stärkung des Gesundheitssystems mit einer Bürgerversicherung als "stabiles und gerecht finanziertes" Fundament.

bk/ilo

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.