Wie Baden-Badens Bürgermeisterin es schafft, dass Bürger mehr zu sagen haben

Uschi Jonas
Die Oberbürgermeisterin von Baden-Baden Margret Mergen bei der Whatsapp-Sprechstunde in ihrem Büro im Rathaus

“Da ist auch schon die erste Nachricht.” Margret Mergen sitzt am Konferenztisch in ihrem Büro und schaut konzentriert auf den Tablet-Bildschirm. Geöffnet ist: Whatsapp.

“Danke für eine Möglichkeit des Kontakts. Mein Anliegen: Die Fahrstühle im Bahnhof Baden-Baden fallen tagelang aus. Ich halte das für extrem schädlich für unseren Fremdenverkehr. Können Sie das ändern? Freundliche Grüße und vielen Dank.”

Seit ein paar Wochen gibt es in Baden-Baden einen ganz besonderen Service. Einmal in der Woche können die Baden-Badener mit der Oberbürgermeisterin chatten.

Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung aus dem Jahr 2014 wollen drei von vier Deutschen mitreden, wenn ihr Gemeinderat wichtige Entscheidungen trifft. Mehr als zwei Drittel der befragten Bürger würden sogar gerne direkt mitentscheiden.

Margret Mergen ist seit 2014 im Amt und sorgt dafür, dass die Baden-Badener die Chance haben, sich auf vielfältige Weise zu beteiligen.

Zu Beginn jeder Gemeinderatssitzung dürfen Bürger ihre Anliegen vortragen, in Workshops diskutiert das Rathaus gemeinsam mit Bewohnern neue Ideen für die Entwicklung der Stadt – und seit ein paar Wochen gibt es eine Whatsapp-Sprechstunde mit der Bürgermeisterin.

Der kommunale Gemüsegarten

Die kam gleich beim ersten Mal gut an, heute findet sie zum vierten Mal statt. Die Menschen haben Fragen zu Park-and-Ride-Parkplätzen, dem verkaufsoffenen Sonntag oder Busverbindungen.

“Es geht hier ein bisschen um den kommunalen Gemüsegarten. Aber es sind alles ganz konkrete Themen, die wir schnell in der Sprechstunde beantworten können”, sagt Mergen.

Manche Bürger fragen bei der Whatsapp-Sprechstunde nach Informationen.

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