"Babylon Berlin": Adenauer-Inszenierung sorgt für Aufruhr

Die neue Serie "Babylon Berlin" befasst sich mit dem Sündenfall der Weimarer Republik. Mittendrin: Altkanzler Konrad Adenauer, der mit einem Bordellbesuch erpresst wird. Geht die Show damit zu weit?

Ein Mann mit runtergelassenen Hosen und zwei Prostituierte in einem Bordell. Eine von ihnen hält eine Peitsche in der Hand. Diese Szene zeigt die neue Serie "Babylon Berlin". Bei dem Mann soll es sich um niemand Geringerem als den "Oberbürgermeister von Köln, Herr Dr. Adenauer" handeln. Ein Kommissar ist damit beauftragt, das geheime Sex-Video des Altkanzlers zu besorgen. Das ist der Plot der etwa 40-Millionen-Euro-Serie.

"Babylon Berlin" wurde in erster Linie von der ARD finanziert. Die ersten acht Folgen sind bereits seit Donnerstag auf Sky zu sehen. Im Öffentlich-Rechtlichen müssen sich Zuschauer noch ein wenig gedulden: Die Serie soll dort erst im kommenden Jahr ausgestrahlt werden.

"Babylon Berlin" basiert auf den Krimis von Volker Kutscher. Doch eine Figur ist darin nicht vertreten: Konrad Adenauer. Dieser war nicht nur von 1917 bis 1933 Oberbürgermeister der Stadt Köln, sondern auch der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland.

Konrad-Adenauer-Stiftung empört

Dass der Politiker in "Babylon Berlin" zum Bordellgänger, der unter anderem auf Peitschen-Sex steht, gemacht wird, kommt bei der Konrad-Adenauer-Stiftung jedenfalls nicht gut an: "Das ist Fiktion und hat mit der Wahrheit nichts zu tun. Die Geschichte ist für einen Kommentar zu absurd", so Sprecher Tobias Bott im Gespräch mit der "Bild".

Auch ein Enkel von Konrad Adenauer versicherte dem Blatt, dass der Altkanzler eine "Nichtliebe zu Berlin" hegte und "das Leichtlebige, das Vulgäre" der Stadt überhaupt nicht gemocht habe. Weiterhin erklärte dieser: "Das kann man prüde oder spießig nennen, aber es hat ihn auch vor solchen Geschichten wie in 'Babylon Berlin' bewahrt."

Folgt uns auf Facebook und bekommt täglich aktuelle Nachrichten und Star-News direkt in euren Feed!

Im Video: In dieser DDR-Persiflage bekommt Erich Honecker sein Fett weg