Babis und Pavel in Stichwahl um Präsidentenamt in Tschechien

Der ehemalige Nato-General Petr Pavel und der frühere Regierungschef Andrej Babis ziehen in die Stichwahl um das tschechische Präsidentenamt ein. Im ersten Wahlgang erhielt Pavel 35,4 Prozent der Stimmen, Babis kam auf 35 Prozent, wie das tschechische Statistikamt am Samstagabend nach Auszählung aller Stimmen mitteilte. Damit stehen sich Pavel und Babis in der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl am 27. und 28. Januar gegenüber.

Auf dem dritten Platz landete die Ökonomin Danuse Nerudova mit 13,9 Prozent. Die anderen fünf Kandiaten blieben alle unter sieben Prozent.

Der 61 Jahre alte frühere Fallschirmjäger Pavel leitete von 2015 bis 2018 den Militärausschuss der Nato. Er wirbt damit, die "Ordnung wiederherzustellen" und das EU-Land mit Ruhe und Erfahrung zu führen.

"Ich bin sehr glücklich, das kann jeder sehen", sagte Pavel am Abend vor jubelnden Anhängern in Prag. "Ich würde noch mehr lächeln, wenn der Unterschied bei, sagen wir, zehn Prozent liegen würde", fügte er hinzu. Sein Vorsprung vor Babis sei aber so gering, "dass ich jetzt eher die harte Arbeit für die zweite Runde sehe als Grund zum Feiern".

Der populistische Milliardär Babis war von 2017 bis 2021 Regierungschef des Landes, ehe seine populistische Partei ANO bei der Parlamentswahl knapp gegen ein Mitte-Rechts-Bündnis unter Führung des derzeitigen Regierungschefs Petr Fiala verlor. Seitdem ist Babis Oppositionsführer im Parlament. Er gratulierte Pavel zwar zum Sieg in der ersten Wahlrunde, griff ihn aber sofort wieder scharf an: Pavel habe "in Debatten gelogen" und "nichts für unser Land getan", sagte Babis.

Der Staatspräsident hat in Tschechien in erster Linie eine zeremonielle Rolle. Er ernennt jedoch auch die Regierung, bestimmt den Chef der Zentralbank sowie die Verfassungsrichter und ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Die Amtszeit des bisherigen Präsidenten Milos Zeman endet im März.

mid