Babbel sicher: Klopp geht nicht zu Bayern

Markus Babbel wurde 1996 mit dem DFB-Team Europameister

Wer trainiert den FC Bayern ab Sommer 2018? Diese Frage beschäftigt den deutschen Fußball bereits seit Monaten.

Einer der Kandidaten für die Nachfolge von Bayern-Trainer Jupp Heynckes ist dabei Liverpools Coach Jürgen Klopp - doch Ex-Bayern-Spieler Markus Babbel glaubt nicht, dass die Münchner bei Klopp eine Chance haben.

"Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Nach Dortmund und Liverpool gibt es für ihn, so glaub ich, nur noch die Nationalmannschaft", sagte Babbel dem kicker.

Einen klaren Favoriten hat aber auch der Europameister von 1996 nicht: "Fachlich wäre Tuchel sehr gut gewesen, menschlich Hasenhüttl. Für den FC Bayern war es immer wichtig, dass ein Trainer Titel vorweisen konnten, vielleicht wird das mit Salihamidzic jetzt anders."

Babbel kritisiert den HSV

Während die Bayern Luxusprobleme plagen, sieht die Liga beim Hamburger SV weitaus ernster aus. Als Tabellenletzter droht dem Bundesliga-Dino der Abstieg in die 2. Bundesliga.

Für Babbel, der in dem Interview auch über das verlorene Champions-League-Finale 1999 sprach, tragen die Klubbosse daran eine gehörige Mitschuld: "Wo der rote Faden fehlt, erkennt man an der Tabelle. Siehe Hamburg, wo es drunter und drüber geht. Da sind wir wieder bei fehlender Fußballkompetenz."


Bundesliga geht gefährlichen Weg

Aber nicht nur der HSV, auch die Bundesliga im Ganzen geht laut Babbel einen gefährlichen Weg und droht den Anschluss an die internationale Konkurrenz zu verlieren.

"Natürlich sind die Punkte (in der Bundesliga, Anm. d. Red.) wichtig, aber bei zu vielen Klubs ist die Spielweise zweitrangig. Da wird den Zuschauern teils wirklich schwere Kost geboten", kritisierte Babbel.

In der Bundesliga hilft diese Spielweise, um den einen oder anderen Punkt zu holen, doch in der Champions League und Europa League sehen die deutschen Teams immer öfter alt aus.

"Die Favoriten aus der Bundesliga haben oft große Probleme, das Spiel zu machen, weil in der Liga vor allem Defensive und Umschaltspiel Priorität haben. Der Mut zu eigener Kreativität und Ballbesitz fehlt inzwischen zu oft", sagte Babbel.

Babbel: "Oft wird nur kurzfrisitg gedacht"

Für Babbel, der bis Anfang des Jahres den FC Luzern trainiert hatte, sind daran aber häufig nicht die Trainer, sondern die Klubbosse schuld.

"Viele wissen gar nicht: Wofür soll mein Klub eigentlich stehen? Entsprechend müsste das Personal ausgesucht werden", so Babbel: Oft wird nur kurzfristig gedacht, statt etwas aufzubauen mit passenden Spielern und Trainern.

Als positive Beispiele, die dies auch mit bescheidenden Mitteln gut lösen und in diesem Punkt größeren Vereinen um einiges voraus sind, nennt Babbel den SC Freiburg und den FC Augsburg.