Baader Bank löst Reserven teilweise auf wegen Ertragsdelle

Stephan Kahl

(Bloomberg) -- Die Baader Bank AG hat im vergangenen Jahr ihren Fonds für allgemeine Bankrisiken teilweise aufgelöst und dadurch ein leicht positives Ergebnis erzielen können.

“Der Fonds ist dazu gedacht, Volatilitäten im Ergebnis auszugleichen”, sagte Vorstandschef Nico Baader in einem Interview mit Bloomberg am Freitag. Ziel sei es letztlich, Ergebnisdellen in schwächeren Perioden durch Anzapfen des Fonds ausgleichen zu können. Bislang hatte die Baader Bank nach eigenen Angaben nur für 2015 von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht.

Am Morgen hatte das Unternehmen für 2019 ein Vorsteuerergebnis von 68.000 Euro berichtet, verglichen mit einem Verlust von 19,4 Millionen Euro im Vorjahr. Dahinter stand nicht zuletzt die Zunahme der sonstigen Erträge, die um 11 Millionen Euro auf 14 Millionen Euro zulegten und sich fast ausschließlich aus der Teil-Auflösung des Fonds speisten.

Die Provisionseinnahmen brachen gleichzeitig um 21% ein. Das Unternehmen begründete dies unter anderem mit Umstrukturierungen. Das Handelsergebnis legte indes um 13% zu, die Aufwendungen sanken um 11%. Für das Zinsergebnis und laufende Erträge wies das Unternehmen für 2019 ein Minus von 799.000 Euro aus, verglichen mit einem Plus von 527.000 Euro im Vorjahr.

Für 2020 erwartet der Vorstand unter normalen Marktgegebenheiten ein positives operatives Ergebnis. Ein Großteil der Strategie- und Strukturanpassungen, die 2019 vorgenommen wurden, sollen sich dann im Ergebnis widerspiegeln.

Der Start ins Jahr 2020 sei gut verlaufen. “Wegen der Corona-Krise lagen unsere Erträge im März deutlich über den Erwartungen, vor allem im Market-Making. Grund hierfür sind die gestiegenen Handelsvolumina und Volatilitäten an den Märkten”, sagte Nico Baader. “Ob das auch im Rest des Jahres so bleibt, da bin ich vorsichtig. Auch 2018 hatten wir einen starken Start und dann war im Rest des Jahres im Handel kaum noch was los.”

Die Schließung der Börsen, wie von manchen angesichts der Unruhe an den Märkten gefordert, hält er indes für keine gute Idee. Denn die Entwicklung der Aktienmärkte “spiegelt ja immer auch die Erwartungen zur wirtschaftlichen Entwicklung wider. Ohne Börsen gibt es gar keine Guidance mehr bis auf Infektionszahlen”, sagte er.

Bei der Baader Bank arbeiten wegen des Coronavirus derzeit etwa 200 der insgesamt rund 400 Mitarbeiter von daheim.

(Ergänzt um Aussagen von Vorstandschef Baader)

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