Bürgermeister von London warnt vor Kollaps der Krankenhäuser

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Rettungswagen vor einem Londoner Krankenhaus

Wegen der dramatischen Situation in den Krankenhäusern von London hat der Bürgermeister der britischen Hauptstadt vor einem Kollaps des Gesundheitssystems gewarnt. Angesichts des drastischen Anstiegs der Infektionen drohten in den Kliniken die Betten auszugehen, erklärte Sadiq Khan am Freitag. "Die ungeschminkte Wahrheit ist, dass wir innerhalb weniger Wochen keine Betten mehr für Patienten haben, wenn die Virusausbreitung nicht drastisch gebremst wird."

Wegen der dramatischen Situation rief Khan einen "major incident" aus - ein Großschadenereignis, das die öffentliche Sicherheit bedroht. Es handele sich um eine absolute Krisensituation, das Virus sei "außer Kontrolle", sagte Khan. Er forderte unter anderem mehr finanzielle Unterstützung der britischen Regierung im Kampf gegen das Virus. "Wenn wir nicht sofort aktiv werden, wird unser Gesundheitssystem überfordert und noch mehr Menschen werden sterben."

Am Donnerstag hatten britische Medien ein internes Papier des öffentlichen Gesundheitsdienstes NHS veröffentlicht, wonach bei einem Anhalten der jetzigen Entwicklung bereits am 19. Januar in London rund 1500 Krankenhaus-Betten fehlen könnten. Im schlimmsten Fall könnten es sogar 4400 fehlende Betten sein.

Großbritannien ist mit mehr als 78.000 Corona-Toten eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Ländern weltweit. Derzeit kämpft die Regierung in London insbesondere gegen die rasante Ausbreitung eines mutierten Virus, das im Dezember erstmals im Südosten Englands entdeckt wurde. Erste Studien legen nahe, dass die Variante B.1.1.7 um bis zu 70 Prozent ansteckender sein könnte als die bisher bekannten Stämme.

jes/mid