Bürgermeister von Kandel warnt vor Fremdenfeindlichkeit

Nach der tödlichen Messerattacke auf ein 15-jähriges Mädchen im pfälzischen Kandel und des Tatverdachts gegen einen Flüchtling aus Afghanistan hat der Bürgermeister der Stadt vor Fremdenfeindlichkeit gewarnt. "Fremdenfeindliche Parolen in die Welt zu setzen, ist im Moment der falsche Weg", sagte Bürgermeister Volker Poß (SPD) am Freitag im Südwestrundfunk. Vorschnelles Handeln sei jetzt fehl am Platz.

In einzelnen E-Mails sei nun von Politikversagen die Rede, berichtete Poß. Das Wort Abschiebung mache die Runde, es würden Konsequenzen im Umgang mit Flüchtlingen eingefordert. Das weitere Vorgehen müsse aber in Ruhe überlegt werden. Im Vordergrund stünden im Moment das tiefe Mitgefühl und die große Anteilnahme mit der Familie des Opfers.

Der Tatverdächtige, dessen Alter mit 15 angegeben wurde, soll am Mittwochnachmittag in einem Drogeriemarkt in Kandel seine frühere Freundin erstochen haben. Er sitzt wegen des Verdachts auf Totschlag in Untersuchungshaft. Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich laut Polizei um einen Asylbewerber, der im Frühjahr 2016 unbegleitet nach Deutschland kam. Mit dem Opfer soll er den Ermittlern zufolge ein mehrmonatige Beziehung gehabt haben, die das Mädchen aber Anfang Dezember beendete.