Bürgermeister von Ascha: Mein Dorf versorgt sich selbst mit erneuerbaren Energien

Uschi Jonas
Wolfgang Zirngibl, der Bürgermeister von Ascha

Das Wasser spritzt, das hölzerne Mühlenrad dreht sich. Gemächlich, unermüdlich. Was klingt wie ein Zeitsprung ins 18. Jahrhundert ist in Wahrheit der Stromaggregator für drei Haushalte im Jahr 2018 in der niederbayerischen Gemeinde Ascha.

“Das kostet nichts und funktioniert immer – und für Kinder ist es auch noch toll. Das ist doch fantastisch”, sagt Bürgermeister Wolfgang Zirngibl.

Das Mühlenrad versorgt drei Haushalte mit Strom

“Leben, wo andere Urlaub machen”, lautet der Werbeslogan der 2.000-Seelen-Gemeinde. Und das nicht nur, wegen der idyllischen Lage, sondern auch, weil die Gemeinde stolz darauf ist, ihren eigenen, grünen Strom zu produzieren.

Kritiker sagen, erneuerbare Energien seien teuer, die Quellen nicht verlässlich, die Umstellung aufwendig – doch für Ascha gelten all diese Argumente nicht.

Ascha produziert mehr Strom, als die Gemeinde benötigt

Die Gemeinde hat ein Photovoltaik-Großfeld, eine Biogasanlage, eine Holzvergasungsanlage und ein Mühlenrad. Außerdem sind auf fast jedem Hausdach Solarpanels zu sehen und auch die Straßenlaternen funktionieren ausschließlich mit Solar.

Die Holzvergasungsanalge von Ascha

Durch die vielfältigen Energiequellen ist auch garantiert, dass es nie zu Engpässen in der Versorgung kommt. Die Sonne deckt 50 Prozent des Energiebedarfs, die anderen 50 Prozent decken Biogas und Holzvergasung ab.

Daher sei es auch egal, wie lange die Sonne scheint, sagt der Bürgermeister. Liefern die Solarpanele keinen Strom, kommt der einfach aus einem Gaskraftwerk.

“Wenn man davon ausgeht, dass die Sonne jeden Tag aufgeht und die Vegetation, sprich Biomasse, weiterhin wächst, ist es aus meiner...

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