Bülent Ceylan: Mehr Dialekt braucht das Land

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Bülent Ceylan (45) unterhält seine Fans schon seit vielen Jahren in mehreren Dialekten. Besonders beliebt sind das Kurpfälzisch, das seine Kunstfigur Mompfred spricht sowie Bülents eigener Mannheimer Heimat-Dialekt. Dass immer mehr Mundarten im öffentlichen Raum verschwinden, macht ihn traurig.

Bülent Ceylan hat eine Botschaft

Denn Bülent findet, dass Dialekte viele Vorteile gegenüber dem schnöden Hochdeutsch haben. Im Gespräch mit der 'Deutschen Presse-Agentur' verrät er: "Mundarten sind ein Kulturgewinn. Leider hört man sie immer seltener. Dabei können sie Ausländern sogar die Integration erleichtern. Sprache schafft Nähe." Sogar bei Beleidigungen, so Bülent weiter: "Wenn ich sage 'Hall de Gosch' statt 'Halt den Mund', klingt das gleich weniger aggressiv." In einem Fernsehprogramm mit dem Titel 'Kulturzeit extra: Hochdeutsch verbieten' auf 3sat möchte der Comedian die Vorzüge der verschiedenen Mundarten weiter vorstellen: "Ich trete dort zwar als Comedian auf und nicht als Sprachforscher, aber die Sendung hat trotzdem eine Botschaft."

Können Schulen helfen?

Diese Botschaft bestehe darin, das Sprechen von Dialekten und Mundarten zu fördern und zu unterstützen. Das könne unter anderem damit passieren, dass ein entsprechendes Fach in einer Arbeitsgemeinschaft an den verschiedenen Schulen angeboten wird. Denn in solch einem Fach würden die Schüler nicht nur eine Mundart lernen, sondern noch vieles mehr. Bülent Ceylan erklärt weiter: "Das fände ich wichtig. Wenn Kinder erst einmal sicher sind im Schreiben und Lesen, dann vermittelt der Dialekt ihnen Wissen über die eigene Herkunft. Mundart hat tatsächlich ein Prestigeproblem in Deutschland. Aber mit Intelligenz hat Dialekt erst einmal nichts zu tun. Im Gegenteil: Hochdeutsch lernen kann jeder."

Bild: Uwe Anspach/picture-alliance/Cover Images