Mein Büdchen: An Zentrum Kiosk, Merowinger Straße, Südstadt: Nur die Politik muss d ...

Mein Büdchen: An Zentrum Kiosk, Merowinger Straße, Südstadt: Nur die Politik muss d ...

Was im ersten Moment in die sprachliche Irre zu führen scheint, ist eigentlich eine kulturelle Herzlichkeit aus türkischen und deutschen Wörtern. "An" ist türkisch und bedeutet "Augenblick". "Frei übersetzt lautet der Name des Kiosks in der Merowinger Straße 14 Zentrum des Augenblicks", erklärt der stellvertretende Geschäftsführer Tunahan Karaognu. Der 19-Jährige übernimmt regelmäßig die Geschäfte seines Vaters Muhammet Ali Karaognu, der den AN-Zentrum-Kiosk vor acht Jahren gegründet hat. Mittlerweile ist daraus eine GmbH entstanden, denn aus einem Kiosk wurden mit der Zeit drei Filialen - eine in Bocklemünd und zwei in der Südstadt.

Was gibt es nur hier?

Wir haben unseren eigenen Energydrink namens "By Burt 69". Den Namen haben wir von der Heimatstadt meines Vaters abgeleitet "Bayburt", deren Autokennzeichen mit der Nummer "69" versehen ist. Mit dem Energydrink wollen wir ein eigenes Kiosk-Image aufbauen, das auch jungen Menschen gefällt. Was es auch nur hier gibt, sind 34 unterschiedliche Chipssorten.

Ihr kuriosestes Erlebnis mit einem Kunden?

Einst wollte ein Kunde unbedingt eine Zigarette kaufen - nur eine. Allerdings dürfen wir nicht keine einzelnen Zigaretten verkaufen, sondern nur ganze Päckchen. Ich musste lange mit ihm diskutieren, bis er das verstand. Schließlich hat er sich doch ein Päckchen gekauft, sich aber nur eine Zigarette rausgenommen und den Rest im Kiosk gelassen. Kurios.

Worüber wird vor oder im Büdchen diskutiert?

Am meisten sprechen unsere Kunden über den Kiosk und unsere Produktpalette. Über Politik wurde auch hin und wieder gesprochen, aber das wurde uns zu temperamentvoll, so dass wir unsere Kunden bitten, sich draußen zu unterhalten, sobald etwas Politisches aufkommt. Der Türkei-Deutschland-Konflikt sorgt immer wieder für erhitzte Gemüter, und wir wollen ein friedlicher Kiosk bleiben.

Was mögen Sie an Ihrem Job - was nicht?

Gut ist, dass man immer auf dem Laufenden bleibt, wenn man in einem Kiosk arbeitet. Wegen der vielen Zeitungen und der Kunden, die einem viel über das Geschehen im Veedel und in der Stadt erzählen. Und es ist schön zu merken, wie die Stammkundschaft sich erweitert. Was ich natürlich nicht mag ist, wenn ich einem Kunden nicht das verkaufen kann, was er möchte. Weil das Produkt aus ist oder wir es nicht im Sortiment haben.

Ihr Leben vor dem Kiosk?

Ich bin direkt nach der Schule in den Kiosk meines Vaters eingestiegen.

Wie macht sich das Veedel um Sie herum?

Wir wachsen mit unserem Veedel zunehmend zusammen. Auch deshalb, weil wir offen Kritik erfahren. Nur so können wir unsere Fehler korrigieren - und dafür sind wir sehr dankbar. Ich habe das Gefühl, in der Südstadt leben viele klar denkende Menschen. Sie sind argumentativ sehr gut aufgestellt, tolerant und gebildet. Aber grade an Karneval sollten sie nur so viel trinken, wie sie auch vertragen. Denn Betrunkene randalieren hier ab und an mal. Das ist natürlich nicht schön.

Wie schlagen Sie die Zeit tot, wenn keine Kundschaft da ist?

In einem so großen Laden findet man eigentlich immer etwas zu tun. Zum Beispiel die Mindesthaltbarkeitsdaten durchzugehen.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten für Ihren Kiosk, welcher wäre das?

Wir würden vor dem Kiosk gerne Tische aufstellen. Das geht aber leider nicht. Da wir kein Gastronomiebetrieb sind, bekommen wir keine Genehmigung dafür. Ein Stehtisch ist kein Problem, den haben wir auch. Aber mit Tischen und Stühlen wäre es gemütlicher. (esl)

Der Kiosk

Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 6 bis 02 Uhr und sonntags von 7 bis 01 Uhr.

Merowinger Straße 14, 50677 Köln

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