Die böse Schlammschlacht um die Hardys

Martin Hoffmann
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WrestleMania - das ist die ultimative Wrestling-Show. Die diesjährige Auflage vor mehr als 75.000 Zuschauern im Citrus Bowl von Orlando war ein XXL-Event, insgesamt sieben Stunden lang und voller spektakulärer Ereignisse

Es war die vielleicht unterhaltsamste Idee der jüngeren Wrestling-Geschichte, die sie vor einem Jahr gemeinsam auf den TV-Bildschirm brachten.

Nun liefern sich die Hardy Boyz und ihr früherer Arbeitgeber GFW (Impact Wrestling) eine Schlammschlacht darum.

Matt und Jeff Hardy, mittlerweile zu WWE gewechselt, möchten die von ihnen selbst erdachten "Broken"-Charaktere nun auch dort verkörpern. GFW will das nicht zulassen, ohne daran mitzuverdienen.


Der Rechtsstreit tobt seit Monaten und wird mit harten Bandagen geführt. Eine Einigung: nicht (mehr) in Sicht. Woran es hakt? Darüber gab ein Medienbericht am Wochenende neue Einblicke.

GFW ärgert Hardys mit Mega-Forderung

Wie Sports Illustrated meldet, waren beide Parteien schon kurz davor, die Angelegenheit gütlich beizulegen - ehe Anthem, die Eigentümer-Firma von GFW die Hardys mit einer neuen Forderung verärgerten. Anthem habe von den Hardys neben der Zahlung einer Summe zwischen 10.000 und 15.000 Dollar 50 Prozent ihrer künftigen Einnahmen gefordert. Die Hardys hätten tief empört abgelehnt.

Speziell Matt und seiner Ehefrau Reby ist anzumerken, wie sehr ihr Ex-Arbeitgeber sie gekränkt hat. Seit Monaten überziehen sie Anthem und GFW-Kreativchef Jeff Jarrett immer wieder mit Attacken in den sozialen Medien.



Matt nimmt die Sache persönlich, es ist auch eine sehr persönliche Idee, um die er kämpft. Er hat viel Kreativität und Aufwand in seine Neuerfindung als vornehm-wahnsinniger Superbösewicht investiert. Das formelle Urheberrecht beansprucht Anthem - das Impact erst danach übernahm - dennoch für sich.

Vor allem Matt Hardy ist frustriert

"GFW war und ist für ein Lizenzierungsabkommen offen, was in der Musikbranche üblich, aber im Wrestling revolutionär wäre", lässt sich die Liga von SI zitieren. Letztlich liegt es in ihrem Interesse, mit den Hardys Einigung zu erzielen.

Sie selbst kann aus ihren Rechten an den Charakteren der Hardys kaum mehr Kapital schlagen. Die theoretisch mögliche Option, eigenes Hardy-Merchandise zu verkaufen, würde die Hardys und ihre treuen Fans nur weiter verärgern und entsprechend torpediert werden.

Schon jetzt waschen Matt und Reby eine Menge schmutziger Wäsche, machen Impact zahlreiche Vorwürfe: Unter anderem hätte Impact die Hardys nie für die auf ihrem Anwesen gefilmten Videosegmente bezahlt.

Die GFW-Bosse sollen aufgrund solcher Details gar kein Interesse haben, dass die Sache vor Gericht geht. Angeblich setzen sie darauf, dass auch die Hardys diesen Weg letztlich scheuen werden.

WWE hält sich heraus

WWE hält sich aus dem Stunk übrigens heraus. Dem GFW-Statement zufolge hat die Konkurrenzliga per Mail bei ihr hinterlegt, kein Interesse an den Broken-Rechten zu haben.

Der Marktführer wird trotzdem nichts dagegen haben, wenn die Hardys sich diese sichern - und WWE die Option eröffnet, Geld damit zu verdienen.


Die WWE-Fans hätten in jedem Fall Lust darauf: Seit der Rückkehr der Hardys bei WrestleMania werden sie mit Anspielungen auf das Broken-Gimmick angefeuert ("Delete!", Brother Nero!") - und für jede Anspielung bejubelt, die sie selbst darauf einstreuen.