Die Börsenregel der Millionäre: Sei immer da, wo der Crash ist

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Bulle und Bär Aktien

Der Crash wird gerne als schreckliches Börsenungeheuer verkauft. Es taucht auf wie aus dem Nichts und schnappt sich das hart verdiente Geld der Investoren.

Panik geht um. Alle haben Angst. Wie in den letzten Stunden der Titanic.

Alle? Nein, nicht alle. Millionäre oder solche, die gerne welche werden wollen, entwickeln in solchen Zeiten einen ausgeprägten Jagdtrieb.

Schlimmer noch. Dieser Typ Investor sucht den Crash sogar instinktiv.

Irgendwo ist immer ein Crash

Reich zu sein ist ein schönes Gefühl. Das denken sich derzeit sicher viele Investoren am Aktienmarkt.

Der DAX hat sich irgendwo zwischen 15.000 und 16.000 Punkten eingependelt (Stand für diese und alle weiteren Zahlen: 25.06.2021). Täglich gehen Jubelnachrichten über neue Absatzrekorde und gute Geschäfte durch die Presse.

Man darf sich auf die Schulter klopfen. Der große Crash aus 2020 ist zum Glück schon fast vergessen.

Nicht so am Kryptomarkt. Hier steht der Angst- und Gierindikator am Anschlag. Extreme Angst war das Motto der letzten Wochen. Nach diesem dramatischen Abverkauf ist das keine Überraschung.

Viele Kryptowerte halbierten sich im Kurs. Selbstverständlich begleitet von schlechten Nachrichten. Überall ist von strafferen Regulierungen die Rede. Zudem verspottet praktisch jeder halbwegs angesehene Ökonom die Kryptowerte als Spielgeld.

In der Welt der Millionäre gelten andere Regeln

Hier passt offensichtlich alles zusammen. Die Kurse zeigen den Crash und die Nachrichtenlage liefert die logische Begründung. Von hier kann es ja nur abwärts gehen. Oder etwa doch nicht?

Millionäre sehen die derzeitige Marktlage gänzlich anders. Der Aktienmarkt hat seine Ziele erreicht. Das Geschäft ist erledigt. Abgehakt.

Klar ist: Für jeden Käufer muss es auch immer einen Verkäufer geben. Wer den DAX bei 16.000 Punkten kauft, realisiert womöglich die Gewinne von demjenigen, der den DAX bei 10.000 Punkten gekauft hat.

Zur Erinnerung: 10.000 Punkte ist der Stand von vor etwa einem Jahr. Nach einem Plus von 50 % innerhalb so kurzer Zeit dürfte der DAX gerade bei den großen Marktteilnehmern deutlich zu viel Platz eingenommen haben. Zeit für eine Umschichtung.

Aber wohin mit dem frei gewordenen Kapital? Ganz einfach: Dorthin, wo der Crash ist. Ursprünglich sollte das Portfolio einen Anteil von 5 % Krypto enthalten. Nach dem Krypto-Crash hat diese Position womöglich nur noch eine Größe von 2,5 %.

Ein besseres Umfeld kann es nicht geben

Die Logik der Millionäre ist einleuchtend. Man kommt zur Party, wenn alle frisch geduscht und nüchtern sind.

Nach dem Crash sind die Trunkenbolde mit ihren gehebelten Wetten verschwunden. Hier wurde alles sorgfältig liquidiert oder ausgestoppt.

Zudem hat sich auch der meist schlecht informierte Privatanleger an die Seitenlinie verkrochen. Dank der schlechten Nachrichten traut er sich nicht in den Markt.

Kurzum: Ein fantastisches Umfeld für Millionäre, die ihre Positionen wieder auf die geplante Größe bringen wollen. Oder eben für jene Investoren, die gerne Millionäre werden wollen.

Der Artikel Die Börsenregel der Millionäre: Sei immer da, wo der Crash ist ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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