Börsenprofi: 2018 wird ein richtig gutes Jahr

Andreas Deutsch
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Rekord-Rallye: Mega-Gewinner, üble Verlierer

Im Frühling wir die Hausse neun Jahre alt. Die Schrecken der Finanzkrise sind längst verflogen - bei den Profi-Anlegern zumindest. Top-Investor Markus Elsässer (ME Fonds) ist weiter bullish. Lesen Sie seine Analyse.

„Obwohl die Hausse schon neun Jahre dauert, sehe ich immer noch viel Luft für Aktien. Es ist nun mal so, dass erstklassige Firmen von einer weiter wachsenden Weltbevölkerung profitieren. Die Fortschritte in der Produktivität sind gewaltig. Das sieht man wirklich jeden Tag. Mein Kursziel für den DAX bis Ende 2018 lautet daher 14.800 Punkte.

Davor, dass die Zinsen stark steigen und die Aktienmärkte unter Druck setzen, braucht man meiner Meinung nach keine Angst zu haben. Das gilt sowohl für die USA als auch für Deutschland. Hier geht es ja längst nicht mehr um die Sparer, die Industrieankurbelung oder -drosselung, sondern rein um die Last der massiven Staatsverschuldungen. Schauen Sie sich doch mal Italien an. Da tickt die dicke Uhr an einer gefährlichen Zündschnur.

Ein Kurstreiber könnte das M&A-Treiben sein. Wir erleben schon seit Jahren eine einzige M&A-Welle. Die wird sich mit Sicherheit mit vollem Tempo fortsetzen. Wer sind die Übernahmekandidaten? Alle Firmen, die sich eine exzellente Marktposition aufgebaut haben, einen super Kundenstamm, ein klar kalkulierbares Geschäftsmodell und eine starke Marke haben. Kaufkandidaten sind etwa Rheinmetall oder L’Oréal.

Meine drei Top-Aktien für 2018: Beiersdorf, Merck KGaA und Krones. Nivea, Beiersdorfs Top-Marke, ist nicht zu bremsen. Das Unternehmen besticht mit einer Top-Managementleistung. Ich habe die Aktie bei 31 Euro für mich entdeckt. Ich sehe auch bei Kursen jenseits der 90 Euro keine Fahnenstange.

Merck halte ich nach dem Kurssturz für unterbewertet. Mir gefällt das langfristige Investitionsprogramm. Die Firmenethik ist dank geschickter Gründerfamilienführung mit den freien Aktionären klasse. Eine gute Kombination.

Krones ist eine echte Perle. Das ist ein Technologieführer von beeindruckender, unumstößlicher Weltstellung. Deutsche Technologie vom Feinsten, einfach top. Und ich mag die Getränkeindustrie.

Die Finger lasse ich von klassischen Energieversorgern, der Großfinanz und dem Einzelhandel. Denen bläst der Zeitgeist ins Gesicht.“