Pläne für Börsengang von DWS sind bescheidener geworden


Die Deutsche Bank trennt sich von 20 bis maximal 25 Prozent ihrer Anteile an der Fondsgesellschaft DWS. Zwischen 40 und 50 Millionen Aktien sollen zu einem Preis zwischen 30 und 36 Euro angeboten werden, teilte die Bank am Sonntagabend in einer Pflichtmitteilung mit. Bislang waren die meisten von einer Platzierung von rund 25 Prozent ausgegangen.

Dazu wird es nur dann kommen, wenn die Nachfrage besonders groß ist. Die Deutsche Bank bietet zunächst nur 20 Prozent ihrer Anteile an, behält sich aber vor, weitere 2,4 Prozent (rund 4,8 Millionen Aktien) bei großer Nachfrage zu platzieren. Darüber hinaus gibt es eine Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) von 5,2 Millionen Aktien (2,6 Prozent der Anteile), die an den Markt gebracht werden könnten.

Die nun festgelegte Preisspanne für die Aktien entspricht einer Bewertung des Vermögensverwalters zwischen sechs und 7,2 Milliarden Euro. Intern hatte die Bank mit einer Bewertung zwischen sechs und acht Milliarden Euro kalkuliert. Das nun beschlossene Preisniveau liegt damit am unteren Ende der internen Einschätzung. Das dürfte die Platzierung erleichtern, schmälert dafür aber die Summe, die die Bank am Ende für die Anteile ihrer Fondstochter einnimmt.


Die Deutsche Bank ist nicht die einzige, die sich bei den Börsenplänen ihrer Tochter in Bescheidenheit üben muss. Auch der Industriekonzern Siemens hatte beim Teil-Börsengang seiner Medizintechnik-Tochter Healthineers seine Ansprüche bereits zurückschrauben müssen: Siemens will 15 Prozent seiner Anteile für 26 bis 31 Euro je Aktie verkaufen. Das entspräche einem Börsenwert von bis zu 31 Milliarden Euro. Im Gespräch waren ursprünglich die Platzierung von 15 bis 25 Prozent der Anteile und ein Börsenwert von bis zu 40 Milliarden Euro.

Zumindest einen Großinvestor hat Börsenaspirant DWS aber schon überzeugt: Der größte japanische Lebensversicherer Nippon Life wird sich mit fünf Prozent an der DWS beteiligen. Damit könnte DWS eine seiner Schwächen ausbügeln: Die Absatzschwäche der DWS im schnell wachsenden asiatisch-pazifischen Raum gilt bislang als Handicap des Vermögensverwalters. Nur fünf Prozent des verwalteten Kundenvermögens stammen von dort, beim großen Konkurrenten Amundi sind es mit zwölf Prozent mehr als doppelt so viel.

DWS und Nippon Life haben darüber hinaus eine strategische Partnerschaft vereinbart. Diese sieht nach Angaben der DWS vor, dass zusätzliches verwaltetes Vermögen in die DWS eingebracht wird. Die Partnerschaft ist auf fünf Jahre ausgelegt und umfasst auch Vertriebsmöglichkeiten und eine gemeinsame Produktentwicklung. Ein Vertreter des japanischen Versicherers soll darüber hinaus in den Aufsichtsrat einziehen. Dementsprechend zufrieden zeigte sich Nicolas Moreau, Vorstandsmitglied der Deutschen Bank und Chef der DWS: „Wir freuen uns sehr, dass wir Nippon Life als Ankerinvestor gewonnen haben. Unsere strategische Partnerschaft steht im Einklang mit unserem Wachstumsfokus in der asiatischen Region und setzt Impulse für weiteres Wachstum“, ließ er sich zitieren. Erster Handelstag für die Aktie, die als Kandidat für den Nebenwerteindex MDax gilt, soll der 23. März sein.

DWS ist die profitabelste Sparte der Deutschen Bank und lieferte 2017 einen Vorsteuergewinn von 725 Millionen Euro ab. Sie verwaltet 700 Milliarden Euro sowohl von Privatkunden als auch von institutionellen Investoren wie Versicherungen, Staatsfonds und Pensionskassen. Anleger will die DWS mit einer satten Dividende locken und jährlich 65 bis 75 Prozent des Nettoergebnisses ausschütten.