Börsencrash: Das passiert aktuell am Aktienmarkt II

Die Weltbörsen sind in Unruhe geraten: DAX, Dow, S&P, Eurostoxx, Nikkei – alle wichtigen Marktplätze verzeichnen signifikante Kurseinbrüche. Wir geben einen stündlichen Überblick der Einschätzungen, Trends und Prognosen. Der Nachmittag. Letztes Update: 18.00 Uhr

 

 

18:00 Uhr

Nach Handelsschluß dotiert der DAX weiterhin im Minus. Die Verluste des Vortages hat der Index nicht wett machen können. Er schliesst mit einem Verlust von 2,45 % bei 12.377 Punkten.Der TecDAX fällt um 2,69% auf 2.485 Punkt, der MDAX um 1,75 % auf 25.265 Punkte.Runter geht es auch für den Eurostoxx 50. Er schliesst bei 3.392 Punkten (-2,47 %).

Für Robert Halver, Chefvolkswirt der Baader Bank (Xetra: 508810 - Nachrichten) , wird die Unruhe an den Märkten die Anleger noch ein wenig beschäftigen. Gegenüber der ARD verglich der Finanzmarktexperte die Märkte mit einem Kindergarten: „Aktienmärkte sind wie unerzogene Kinder. Die müssen sich austoben, dann sind sie wieder ausgeglichen". Dieses Gleichgewicht sei nicht in den nächsten Tagen zu erwarten, so Halver. 

 

17.00 Uhr

Die US-Indizes dotieren aktuell leicht im Plus. Auch an den deutschen Börsen halten sich die Verluste weiterhin in Grenzen. Für eine Ausbruchsbewegung hat es am Markt bislang nicht gereicht. Allerdings konnte die Abwärtsbewegung gestoppt werden. Nach Ansicht von Finanzexperten ändert die jüngste Kurskorrektur an den globalen Aktienmärkten nichts an der grundsätzlich positiven Einschätzung von Aktien. Die jüngste Entwicklung sei eher als „gesunde Korrektur“ zu betrachten, so Michael Strobaek, Global Chief Investment Officer der Credit Suisse (IOB: 0QP5.IL - Nachrichten) .

Quelle: Spiegel-online

 

16.00 Uhr

Die gegenwärtige Lage: DAX mit 2 % im Minus, TecDAX mit 2,4 %, MDAX 1,5 %, Eurostoxx  -1,85%. Während die Börsen in Deutschland weiter seicht im Minus seitwärts tendieren, starten die Börsen in den USA durchweg positiv in den Handel. 

Andrew Milligan, Leiter globale Strategie bei Aberdeen Standard Investments, warnt davor, sich vorschnell auf die Seite der Bären zu schlagen. „Was wir jetzt erleben, sind Gewinnmitnahmen getrieben von Überbewertungen und von Befürchtungen im Hinblick auf eine höhere Inflation, deren Wurzeln unter anderem in den USA liegen", schätzt  Milligan die Situation an den Aktienmärkten ein. „Die Frage ist jetzt, wo und wann die Marktkorrektur stoppen wird – und niemand sollte den Eindruck erwecken, hierauf eine Antwort zu haben. Die Situation wird einige Investoren überfordern. Sie werden unter erzwungenen Abverkäufen zu leiden haben. Aber schlussendlich werden die Fundamentaldaten wieder Bedeutung erlangen", ist sich Milligan sicher.

Zu einer ähnliche Strategie rät auch Olivier de Berranger, Chief Investment Officer, La Financière de l'Echiquier: „Ein VIX, der auf mehr als 50 % wächst, kam nur vier Mal vor:1990, 1991, 2007 und 2011 – und das waren oft sehr gute Einstiegspunkte in die Märkte".

 

15.00 Uhr

In DAX, TecDAX, MDAX haben die Verkäufer erneut das Zepter in die Hand (Shenzhen: 300170.SZ - Nachrichten) genommen: Die Seitwärtsbewegung kippt leicht nach unten, in Richtung Kurswert zum Handelsstart. Von einer Panik kann dennoch keine Rede sein. Zwar schoss der VStoxx Volatilitätsindex, der europäische „Angstindex", seit gestern um gut 70% nach oben und markierte gegen 13.00 Uhr MEZ mit 31 Punkten ein neues Rekordhoch. Aber im Verlauf des Nachmittags korrigierte auch er deutlich auf jetzt 28 Punkte (siehe Grafik).

Quelle: onvista.de

Experten sind sich uneins, wie sich die Märkte in Europa weiter entwickeln werden. „Wenn der Abverkauf in den USA weitergeht, wird sich die Lage hier nicht beruhigen", sagt Heino Ruland vom Analysehaus Ruland auf Anfrage des Manager Magazins. Anders beurteilt Steven Andrew, Fondsmanager des M&G Income Allocation Fund die Situation. Er rät zu Zukäufen. An der fundamentalen Stabilität habe sich nichts geändert, so der Manager. „Diese Überlegungen und die Schnelligkeit der Kursbewegungen deuten darauf hin, dass derzeit vielmehr andere Faktoren als die Fundamentaldaten eine Rolle spielen. Grundsätzlich würden wir deshalb dazu tendieren, die Aktienquote zu erhöhen.“

In den USA richten sich die Anleger auf weitere Kursverluste ein. „Wie weit es nach unten geht, hängt vom VIX Index ab", so Peter Garnry, Aktienstratege der SAXO Bank, im Bloomberg-Interview. Der Volatilitätsindex ist im Tagesverlauf von gestern 37,5 auf aktuell 49 Punkte hochgeschnellt. 

 

14.00 Uhr

Die deutschen Standardwerte bleiben Bereich moderater Verluste. Es gibt kaum Bewegung nach oben oder unten. „Nach einem solch starken Anstieg war eine Korrektur eigentlich überfällig", sagt Felix Herrmann, Kapitalmarktstratege bei Blackrock (Sao Paolo: BLAK34.SA - Nachrichten) . Für ihn habe die Koorektur "fast einen gesunden Charakter." 

Für Stefan Hofrichter, Chefvolkswirt der Allianz GI kommt die Korrektur ebenfalls nicht unerwartet. Es hätte zahlreiche Anzeichen für fragile Märkte gegeben: „reiche Bewertungen in mehreren riskanten Anlageklassen, einschließlich des S & P 500 und einiger Spread-Märkte, während die geldpolitische Normalisierung in Bezug auf Preise und Quantität nicht in Märkte  eingepreist worden sind. Dazu kommt die steigende Wahrscheinlichkeit einer Trendumkehr der Wirtschaftsdaten und sowie Zeichen der Marktzufriedenheit". Zu letzteren gehörten ein sehr starkes Preismomentum, unzureichende Preisbildung für politische Unsicherheiten, Rekordgewinnrevisionen nach dem US-Steuerabkommen und zunehmende Streuung der Gewinnschätzungen, niedrige Barreserven der Anleger und eine sehr optimistische Stimmung der Anleger unter anderem in der Bitcoin-Raserei. Die Korrektur sei eine direkte Folge: „Genau wie ein Gummiband, das zu sehr gestreckt wurde und schließlich zurückschnellt, sollte die Neubewertung der Marktpreise keine große Überraschung sein", so Hofrichter.

 

13.00 Uhr

Moderate Verluste im Vergleich zum Vortag, moderate Gewinne seit Handelsstart: das ist die bisherige Bilanz an den europäischen Märkten. An den US-Börsen verkehrt sich das Bild: Dow Jones und S&P500 verlieren im vorbörslichen Handel um die 3 %.

Quelle: Spiegel-online

 

(DW)