Börsenaufsicht nimmt Aktien von italienischer Bank aus dem Handel

dpa-AFX

ROM (dpa-AFX) - Nach einer gescheiterten Kapitalerhöhung hat die italienische Börsenaufsicht die Aktien der Regionalbank Banca Carige temporär aus dem Handel genommen. Dem Institut war es in der vergangenen Woche nicht gelungen, für ihre Sanierung nötige 560 Millionen Euro zu erlösen. Die Aussetzung des Handels erfolge "in Anbetracht der Unsicherheit um die Kapitalerhöhung und (in Anbetracht) möglicher laufender Initiativen von der Bank und den Aufsichtsbehörden", erklärte die Börsenaufsicht Consob am Freitag in Rom.

Die Banca Carige stammt aus Genua. Sie hat zahlreiche faule Kredite in ihren Büchern, zudem wurde einer ihrer Topmanager im Februar wegen Betrugs und Geldwäsche verurteilt. Gelingt es der Bank nicht, an frisches Kapital zu kommen, müsste die Bank entweder schließen oder ihre Anteilseigner die Verluste tragen. Zu diesen gehören auch tausende Kleinsparer.

Die Schwierigkeiten nähren neuerlich Zweifel am italienischen Bankensektor. Carige wäre seit 2015 das achte Geldhaus, das in Italien zusammenbricht. Zuletzt hatte die Regierung im Sommer mit einem umstrittenen Rettungsplan die Krisenbank Monte dei Paschi di Siena mehrheitlich verstaatlicht. Durch einen Sondereffekt aus dem Rettungspaket konnte sie zuletzt wieder einen Gewinn verbuchen.