Börse versucht Befreiungsschlag: Konzernchef Kengeter tritt zurück

Jörn Bender & Daniel Schnettler, dpa
Die Börse in Frankfurt

Carsten Kengeter ist gescheitert. Im Frühjahr platzte die aus Sicht des Deutsche-Börse-Chefs „gottgewollte“ Fusion mit der Londoner Börse LSE an ganz irdischen Bedenken Brüsseler Beamter. Nun wird dem langjährigen Investmentbanker ausgerechnet ein Aktiengeschäft zum Verhängnis.

Der 50-Jährige räumt seinen Posten zum Jahresende. Zu groß war letztlich der Druck, dass seit inzwischen neun Monaten der Vorwurf in der Welt ist, er habe Insiderwissen zum geplanten Zusammenschluss mit der LSE für lukrative Aktienkäufe in eigener Sache genutzt.

Mit der Personalentscheidung vom Donnerstag könnte endlich wieder Ruhe einkehren in der Konzernzentrale in Eschborn vor den Toren Frankfurts — wobei zunächst offen blieb, wer Kengeter nachfolgen soll. Zunächst führt der Manager den Dax-Konzern weiter — mit dem „vollen Vertrauen des Aufsichtsrats“, wie das Unternehmen betonte.

Investoren und Mitarbeiter begrüßen Entscheidung

Dass der Gestalter Kengeter den Verwalter Francioni zum 1. Juni 2015 ablöste, kam bei Mitarbeitern, Investoren und externen Beobachtern zunächst gleichermaßen gut an. Er riss den Frankfurter Marktbetreiber aus der Lethargie. Kaum im Amt, zog er im Sommer 2015 zwei Übernahmen für zusammen mehr als 1,3 Milliarden Euro durch, krempelte den Vorstand um, gab dem Aktienhandel wieder stärkeres Gewicht und legte das Effizienzprogramm „Accelerate“ (Beschleunigen“) auf.

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