Axel Springer: So viel verdient der Medienkonzern digital

Nikolas Kessler
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Bekannt ist Axel Springer vor allem für Traditionszeitungen wie BILD und Welt. Den Löwenanteil des Konzernumsatzes verdient das Unternehmen aber nicht mehr mit Print-Produkten, sondern online. In Sachen Digitalisierung kann sich so mancher Konkurrent noch etwas abschauen.

Im ersten Halbjahr 2017 ist der Konzernumsatz von Axel Springer um 6,9 Prozent auf rund 1,7 Milliarden Euro gestiegen. 71 Prozent davon, also rund 1,2 Milliarden Euro, hat der Medienkonzern dabei im Digitalgeschäft erwirtschaftet. Zum operativen Ergebnis (EBITDA) in Höhe von insgesamt 317,2 Millionen Euro haben digitale Aktivitäten rund 77 Prozent beigetragen. Bei den Werbeerlösen liegt der Digital-Anteil inzwischen sogar bei 86 Prozent.

„Online First“ trägt Früchte

Dieser Erfolg kommt nicht von ungefähr. Seit über zehn Jahren lautet die Devise bei Axel Springer „Online First“. Neben den digitalen Bezahlangeboten, die die seit längerem rückläufige Entwicklung im Printgeschäft erneut mehr als ausgleichen konnten, ist das Segment „Rubrikenangebote“ inzwischen der größte Wachstumstreiber im Konzern. Dort bündelt Springer seine Anzeigenportale – vor allem zu den Themenbereichen Jobs und Immobilien.

Im ersten Halbjahr ist der Spartenumsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15,6 Prozent auf 491 Millionen Euro gestiegen, das EBITDA um 16,6 Prozent auf rund 200 Millionen Euro. Mit einer um 0,3 Prozentpunkte verbesserten EBITDA-Rendite von 40,7 Prozent waren die Rubrikenangebote zwischen Januar und Juni erneut das profitabelste Segment. Konzernweit lag die EBITDA-Rendite zuletzt bei 18,7 Prozent.

Ergebnisprognose angehoben

Nach der starken Entwicklung in der ersten Jahreshälfte hatte der Vorstand die Jahresprognose angepasst: Beim EBITDA und dem Ergebnis je Aktie wird nun jeweils ein Anstieg im hohen einstelligen Prozentbereich erwartet (bisher: mittlerer bis hoher einstelliger Prozentbereich). Der Anstieg der Erlöse soll auf Jahressicht wie bisher geplant im mittleren einstelligen Bereich liegen.

 

10 Prozent unter Allzeithoch

Unterstützt von den positiven Zahlen und der Prognose-Erhöhung konnte die Springer-Aktie Anfang August zwar kurzzeitig deutlich zulegen und das Mehr-Jahres-Hoch bei 57,70 Euro ins Visier nehmen, die Freude der Anleger währte aber nicht lange. Trotz positiver Analystenkommentare musste der Kurs die Gewinne in der Folge wieder abgeben. Das Allzeithoch im Bereich von 59 Euro bleibt aber in Sichtweite, weshalb investierte Anleger dabei bleiben und mutige Neueinsteiger weiterhin zugreifen können.