Axel Springer: Immobilien-Deal lässt die Kasse klingeln

Nikolas Kessler
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Der geplante Verkauf zweier Immobilien in Berlin ist beschlossene Sache und bringt Axel Springer deutlich mehr Geld ein, als anfänglich gedacht. Die Springer-Aktie reagiert am Montagvormittag allerdings nur verhalten auf die Meldung.

Wie das Unternehmen am Montag meldete, geht der Axel-Springer-Neubau nach seiner Fertigstellung Ende 2019 an den Norwegische Staatsfonds Norges Bank Real Estate Management. Neue Eigentümer der im Jahr 2004 eröffneten Axel-Springer-Passage sind Blackstone Real Estate und Quincap Investment Partners.

Die Übergabe der Axel-Springer-Passage soll Ende des Jahres vollzogen werden, der Medienkonzern wird jedoch einen Großteil der Fläche bis Ende 2020 weiter nutzen. Der Axel-Springer-Neubau soll nach der Fertigstellung langfristig zurückgemietet werden.

Verkaufserlös höher als erwartet

Der Verkaufspreis für beide Immobilien liegt nach Unternehmensangaben bei insgesamt 755 Millionen Euro und damit „deutlich über unseren ursprünglichen Erwartungen“, so Finanzvorstand Julian Deutz. Bei Bekanntwerden der Verkaufspläne im Mai hatte Deutz noch mehr als eine halbe Milliarde Euro in Aussicht gestellt – vor Abzug von Investitionskosten und Steuern in Höhe von rund 260 Millionen Euro. Im Juni hatte der Finanzchef dank starker Nachfrage noch einmal nachgelegt und den voraussichtlichen Verkaufserlös mit mehr als 700 Millionen Euro beziffert.

„Der Axel-Springer-Neubau ist für uns wichtig, um den kulturellen Wandel des Unternehmens zu vertiefen. Ob wir das Gebäude besitzen oder mieten, ist dabei unerheblich“, so Deutz. Die zusätzliche Liquidität solle nun in künftige digitale Wachstumsinitiativen fließen.

Talfahrt gestoppt

Auch nach Einschätzung des AKTIONÄR macht der Immobilienverkauf Sinn. Zur Stärkung der operativen Performance – beispielsweise durch weitere Zukäufe – ist das Kapital besser angelegt als in Immobilien. Trotzdem kann die Meldung dem MDAX-Wert am Montag keine deutlichen Impulse liefern – nach der Talfahrt im Juni knüpft der Kurs an ihre Seitwärtsbewergung der Vorwoche im Bereich von 51,50 Euro an. Investierte Anleger blieben dabei.