Axel-Springer-Chef verkauft großes Aktienpaket – das steckt dahinter

Nikolas Kessler
Axel Springer: Kapitalerhöhung - oder doch nicht?

Mathias Döpfner, Vorstandschef von Axel Springer, hat sich in der vergangenen Woche von einem Aktienpaket im Wert von 26,2 Millionen Euro getrennt. Auch sein Vorstandskollege Andreas Wiele hat Springer-Aktien verkauft. Die Anleger sehen derzeit aber keinen Grund, es den beiden gleichzutun.

Wie das Unternehmen am Freitag in einer Pflichtmitteilung bekanntgab, hat Döpfner über seine Investmentgesellschaft Brilliant 310 GmbH Springer-Aktien im Wert von rund 26,2 Millionen Euro verkauft. Dadurch habe er seine Beteiligung an dem Medienkonzern auf 2,8 Prozent gesenkt, wie eine Sprecherin mitteilte.

Mit dem Erlös wolle Döpfner Schulden tilgen, die er für den Erwerb der Aktien aufgenommen habe, hieß es. Der langjährige Vorstandschef hatte im Jahr 2006 einen Kredit für den Kauf von zwei Prozent der Springer-Aktien aufgenommen – „um unternehmerisches Selbstgefühl zu entwickeln“, wie er letztes Jahr im Interview mit der Süddeutschen Zeitung erklärte. Durch weitere Käufe und eine Schenkung von Friede Springer hat er die Beteiligung zwischenzeitlich auf über drei Prozent gesteigert.

Der Zeitpunkt für den Verkauf stehe im Zusammenhang mit Börsenregularien. Dass die Springer-Aktie mit einem Verkaufskurs von 66,63 Euro nahe am bisherigen Allzeithoch notierte, dürfte die Entscheidung zusätzlich erleichtert haben. Weitere Verkäufe seien auf absehbare Zeit nicht geplant, hieß es. Auch Andreas Wiele, Vorstand für das Rubrikengeschäft und Vermarktungsangebote, veräußert ein Aktienpaket im Wert von knapp 2,7 Millionen Euro.

Aktie nahe Allzeithoch

Die Anleger lassen sich von den Verkäufen des Top-Managements nicht aus der Ruhe bringen. Die Springer-Aktie kann am Montagvormittag moderat zulegen und bleibt damit auf Kurs in Richtung Allzeithoch. DER AKTIONÄR sieht weiter Luft nach oben.