Axel Springer: Trotz rückläufiger Auflage – Prognose-Erhöhung im August?

Nikolas Kessler
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Axel Springer: So viel verdient der Medienkonzern digital

Die Aktie von Axel Springer gehört am Donnerstag trotz eines positiven Analystenkommentars zu den schwächsten Titeln im MDAX. Dass einige Springer-Blätter bei aktuellen Analysten zu Auflageentwicklung und Anzeigenumsätzen Federn lassen mussten, belastet die Stimmung.

Laut dem Marktforschungsunternehmen Nielsen sind die Bruttowerbeaufwendungen in Deutschland bei Zeitungen und Publikumszeitschriften im ersten Halbjahr 2017 um 2,13 beziehungsweise 2,0 Prozent zurückgegangen. Unter den größten Verlierern mit zweistelligen prozentualen Umsatzrückgängen sind laut dem Branchenportal meedia.de dabei auch einige Blätter aus dem Hause Springer, beispielweise Bild am Sonntag (-17,7 Prozent), Computer Bild (-18,3 Prozent) oder Sport Bild (-10,4%).

Auch bei der jüngst veröffentlichen IVW Analyse der Print-Auflagen für die erste Jahreshälfte, aus der das Medienmagazin dwdl.de zitiert, müssen einige Blätter aus der Bild-Familie weitere Verluste hinnehmen. So ist die verkaufte Auflage des Flaggschiffs Bild (+Fußball Bild) um 8,6 Prozent auf rund 1,69 Millionen zurückgegangen. Bei der Bild am Sonntag steht ein Minus von 9,3 Prozent zu Buche. Computer Bild (-13,5 Prozent) und Bild der Frau (-10,0 Prozent) verbuchten sogar zweistellige Rückgänge.

Problem bekannt

Rückgänge bei Auflage und Werbeerlösen sind für die meisten Medienunternehmen nichts Neues mehr. Axel Springer beispielsweise hat rechtzeitig auf Digitalisierung gesetzt und im Gesamtjahr 2016 bereits 67 Prozent des Konzernumsatzes, 72 Prozent des operativen Ergebnisses (EBITDA) sowie sogar 85 Prozent des Werbeumsatzes mit der Vermarktung digitaler Produkte erwirtschaftet. Vor allem das Segment Rubrikenangebote hat sich dabei zum größten Wachstumstreiber entwickelt.

Analyst erwartet Prognose-Erhöhung

Auch wenn der Anblick immer weiter sinkender Reichweiten und Werbeerlöse im einstigen Kerngeschäft schmerzt – großer Grund zur Sorge besteht deshalb nicht. HSBC-Analyst Christopher Johnen rechnet in einer aktuellen Studie mit einem starken zweiten Quartal und hält sogar eine Prognose-Anhebung für wahrscheinlich. Entsprechend hat es sein „Buy“-Rating bestätigt und das Kursziel von 56 auf 59 Euro erhöht. Die Zwischenbilanz für das zweite Jahresviertel wird der Medienkonzern am 2. August präsentieren.

Aktie halten!

Auch für den AKTIONÄR ändert sich nichts an der grundsätzlich positiven Einstellung gegenüber der Springer-Aktie. Investierte Anleger können daher dabei bleiben. Neueinsteiger sollten nach der jüngsten Korrektur jedoch eine Bodenbildung oberhalb der Marke von 51 Euro abwarten.