Autowerte BMW, Daimler und VW im Fokus: Juncker trifft Trump

Jochen Kauper
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Autowerte BMW, Daimler und VW im Fokus: Juncker trifft Trump

Auch in der neuen Woche wird sich alles um den internationalen Handelsstreit drehen. Um die Märkte zu beruhigen, wäre eine Einigung zwischen den Konfliktparteien Voraussetzung. Zuletzt bekräftigte US-Präsident Donald Trump aber seine Entschlossenheit zu einer weiteren Eskalation im Handelsstreit mit China. Trump sei bereit, die Zölle auf chinesische Waren  auszuweiten, sagte er am Freitag in einem Interview mit den Fernsehsender CNBC.

Die Märkte könnten darauf erneut verschnupft reagieren, nachdem sie zuletzt leichte Erholungstendenzen gezeigt hatten.
Im Raum stehen auch mögliche Strafzölle der USA auf europäische Importautos.

Beim Treffen der Finanzminister und Notenbankgouverneure der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) am Wochenende hatte US-Finanzminister Steve Mnuchin den Europäern zwar Gespräche über ein Handelsabkommen angeboten. Dennoch wird das entscheidende Treffen am Mittwoch stattfinden.
Dann werden EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker und EU-Handelskommissarin Cecilla Malmström von US-Präsident Donald Trump empfangen. Juncker und Malmström wollen eine Eskalation des Handelsstreits vermeiden.
Trump will an seiner Linie festhalten. „Wir haben gesagt, dass es eine gewaltige Vergeltung gibt, wenn wir nicht etwas Faires verhandeln. Wir wollen davon keinen Gebrauch machen, aber wir haben gewaltige Kräfte", sagt Trump im Vorfeld des Treffens.

USA wird unwichtiger
Für die autobauer steht viel auf dme Spiel. Und dennoch bleibt festzuhalten: Insgesamt ist der US-Markt für die deutschen Autobauer zuletzt immer schwieriger aber zugleich auch unwichtiger geworden. Zehn Prozent der Daimler- und BMW-Fahrzeuge werden noch in den USA verkauft. Im VW-Konzern sind es sogar unter drei Prozent.
„Die USA steuern nur noch 15 Prozent zur Weltwirtschaft bei. 66 Prozent stammen von den Emerging Markets. Heißt: Wir hängen längst nicht mehr am Tropf der USA“, sagt Folker Hellmeyer von solvecon-invest.
Fakt ist: Der Automarkt in den USA ist gesättigt und hat kein Wachstumspotential. Die großen Autobauer haben ihren Fokus deshalb längst Richtung China gelegt. VW verkauft im Reich der Mitte fast 40 Prozent seiner Fahrzeuge, bei BMW und Daimler sind es knapp 30 Prozent. „Auch wenn es derzeit mit Diesel-Gate, neuen Abgastestes und Zöllen viele Belastungsfaktoren gibt, hat sich die Industrie in der Vergangenheit immer wieder als sehr leistungsfähig gezeigt", sagt Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. „Die Märkte haben bei den Autowerten nach unten übertrieben“, ergänzt Pieper.

Die Voraussetzungen für alle drei deutschen Autobauer sind für die nächsten Jahre schwierig. Die Umstellung auf Elektromobilität verschlingt Milliarden. Neue Visionen, Mobilitätsdienste sind gefragt. Die Gewinne werden nicht mehr mit dem Bau der Autos, sondern in Zukunft mit hoher Wahrscheinlichkeit mit Softwarediensten gemacht.

Der Markt bleibt  - noch  - skeptisch.
Festzuhalten bleibt: Zölle auf alle Autoimporte aus der EU würden die deutschen Autobauer treffen. In den Aktienkursen von BMW, Daimler und VW wurde dieses Szenario in den letzten Wochen eingepreist.

Aus Tradingaspekten sind Käufe aber vertretbar. Aus technischer Sicht hat bei Daimler die Unterstützung bei 54,68 Euro aus dem Jahr 2014 erneut gehalten. Hier können Anleger ein Abstauberlimit platzieren. Bei VW können Käufe bei 145 Euro vorgenommen werden. Die Stoppkurse werden acht Prozent unter dem Einstandskurs platziert.