Automarken signalisieren Selbstbild und Gruppenzugehörigkeit

Das Auto hat nach wie vor einen starken Symbolcharakter. Oft haben Fahrer beim Kauf ein bestimmtes Fabrikat im Hinterkopf. Foto: Andrea Warnecke/dpa

Nur Transportmittel oder doch Statussymbol? Ob nun bewusst oder unbewusst, beim Autokauf bestimmen praktische, aber auch emotionale Aspekte unseren Entscheidungsprozess.

Essen (dpa/tmn) - Nicht wenige Autofahrer geraten schlicht per Zufall an ihre neuen Wagen, etwa weil sie ihn geerbt oder geschenkt bekommen haben. Wer aber bei Händlern oder im Internet auf die Suche nach einem Neuen oder Gebrauchten geht, hat oft ein bestimmte Fabrikat als Favoriten im Hinterkopf.

«Im Rahmen unseres finanziellen Spielraums kaufen wir jene Marke, die unsere Bedürfnisse am besten erfüllt», sagt Ralf Buchstaller vom Tüv Nord. Für die einen sei das Auto einfach nur ein Transportmittel.

Für andere aber habe das Auto Symbolcharakter. «Es dient ihnen dazu, der Umwelt das bevorzugte Selbstbild oder die Zugehörigkeit zu einer Gruppe zu signalisieren», erklärt der Psychologe. Entscheidend in diesem Zusammenhang sei dann, was jemand mit einer Marke bewusst oder unbewusst verknüpft - beispielsweise den sozialen Status, eine Einstellung oder ein Lebensgefühl.

Worauf Fahrerinnen und Fahrer bei ihrem Auto psychologisch gesehen Wert legen, erhebt etwa ein an der Ruhr-Uni Bochum entwickelter Online-Fragebogen zur automobilbezogenen Handlungsregulation (FAHR) mit dem Namen «Sitzen Sie eigentlich im richtigen Auto?». Der Schwerpunkt der Befragung liegt auf den emotionalen Aspekten. Wer mitmacht, erhält eine kostenlose Ergebnisauswertung.