Autokonzern Stellantis gründet mit iPhone-Produzent Foxconn Software-Firma mit ambitionierten Zielen

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Auch der Nachfolger des aktuellen Peugeot 208 (Bild) könnte von auf Software-Seite von dem neuen Joint Venture profitieren.
Auch der Nachfolger des aktuellen Peugeot 208 (Bild) könnte von auf Software-Seite von dem neuen Joint Venture profitieren.

Der aus dem Zusammenschluss des PSA-Konzerns mit Fiat-Chrysler hervorgegangene Autogigant Stellantis gab schon vor rund einem Jahr an, dass er mit dem taiwanischen Unternehmen Hon Hai Precision über die Gründung eines Joint Ventures verhandelt. Letzteres Unternehmen ist auf dem Markt eher unter dem Namen Foxconn bekannt und hat sich als Auftragsproduzent von Apples iPhone einen Namen gemacht.

Investition in die Zukunft des Konzerns

Im Vorfeld der Onlineveranstaltung am Dienstagmittag gingen die meisten Medien noch davon aus, dass es sich bei dem Joint Venture vor allem um eine gemeinsame Fertigung von E-Autos für den chinesischen Markt handeln würde. Im Endeffekt wurde jedoch bekanntgegeben, dass die beiden Konzerne zukünftig auf einem komplett anderen, mitunter noch zukunftsentscheidenderen Feld kooperieren werden.

Während Volkswagen und Daimler derzeit mit aller Gewalt versuchen, konzernintern eine eigene Software-Kompetenz aufzubauen, holt sich Stellantis hier kurzerhand Unterstützung aus Fernost. Eine naheliegende Entscheidung, der asiatische Apple-Partner Foxconn verfügt auf diesem Gebiet schließlich über eine langjährige Erfahrung.

Ambitionierte Ziele auf beiden Seiten

Das in den Niederlanden ansässige und "Mobile Drive" genannte Joint Venture soll zukünftig vor allem Infotainment-Software, Telematiksysteme und Cloud- und 5G-basierte Funktionen für die Stellantis-Autos der Zukunft entwickeln. Autonome Fahrfunktion dürften vermutlich auch auf dem Zettel stehen. Vor allem Stellantis hat dabei hochgesteckt Ziele: "Mit dieser Zusammenarbeit verschieben wir die Grenze bei der Fahrzeug-Connectivity und werden noch nie dagewesene immersive Erfahrungen bieten", sagt Yves Bonnefont, der Software-Chef des Konzerns.

Software auch für andere Autobauer

Der viertgrößte Autobauer der Welt und der taiwanische Auftragsfertiger sollen bei dem Joint Venture gleichberechtigt sein. "Mobile Drive" soll zwar gleichermaßen von der Automobilbau-Erfahrung der teils über hundert Jahre alten Stellantis-Marken, als auch von Foxconns Software-Know How profitieren, der Großteil der Entwicklungsmannschaft dürfte jedoch in Taiwan sitzen.

Aber nicht nur die zahlreichen Stellantis-Marken, wie beispielsweise Peugeot, Opel, Fiat & Co. sollen von den Entwicklungen des Joint Ventures profitieren. "Mobile Drive" ist als Zulieferunternehmen geplant und soll auf lange Sicht auch andere Autohersteller mit Software-Lösungen versorgen. Wann die Stellantis-Kunden zum ersten Mal in den Genuss der von Mobile Drive entwickelten Funktionen kommen, haben die beiden Konzerne noch nicht verraten.

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