Autohändler-Sohn kauft Mehrheit von "Rolling Stone"

Neuer Mehrheitseigner des einflussreichen US-Musikmagazins "Rolling Stone" wird Jay Penske, Sohn von Ex-Rennfahrer und Autohändler Roger Penske. Sein Verlag, Penske Media, habe einen "strategischen Anteil" an "Rolling Stone" erworben

Neuer Mehrheitseigner des einflussreichen US-Musikmagazins "Rolling Stone" wird Jay Penske, Sohn von Ex-Rennfahrer und Autohändler Roger Penske. Sein Verlag, Penske Media, habe einen "strategischen Anteil" am "Rolling Stone" erworben, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. "Rolling Stone"-Gründer Jann Wenner und sein Sohn Gus sollen das Magazin weiter leiten.

Penske Media, 2003 von Jay Penske gegründet, gibt das Hollywood-Promimagazin "Variety" und die Frauenzeitschrift "Women's Wear Daily" heraus. Die Höhe der Beteiligung am "Rolling Stone" wollte der Verlag auf Anfrage von AFP nicht nennen. US-Medienberichten zufolge ist es aber die Mehrheit, der Wert beträgt demnach 100 Millionen Dollar (85 Millionen Dollar).

Jann Wenner hatte im September bekanntgegeben, dass er für sein 50 Jahre altes Magazin einen Käufer sucht. Für einen familiengeführten Verlag sehe die Zukunft düster aus, sagte er damals.

Wenner hatte die Zeitschrift 1967 als Student im kalifornischen Berkeley gegründet. Der "Rolling Stone" entwickelte sich seitdem nicht nur zu einem Magazin für Rockmusik und alternative Kultur, sondern auch zu einem Hort experimenteller Autoren wie dem exzentrischen Schriftsteller Hunter Thompson.

Allerdings hatten Image und Finanzen zuletzt enorm gelitten, nachdem der "Rolling Stone" 2014 über eine angebliche Massenvergewaltigung auf einem Universitätsgelände berichtet hatte. Eine Untersuchung ergab, dass das Magazin elementare journalistische Grundregeln bei der Recherche und der Veröffentlichung des Artikels missachtet hatte. Die von der angeblichen Zeugin geschilderte Vergewaltigung gab es nicht.

Im vergangenen Jahr hatte der "Rolling Stone" bereits einen Anteil von 49 Prozent an das Singapurer Start-up BandLab Technologies verkauft. Geführt wird es von Kuok Meng Ru, dem Sohn des weltgrößten Palmöl-Händlers Kuok Khoon Hong.

Die Familie Wenner verkaufte zudem bereits das Promimagazin "US Weekly" und die Modezeitschrift "Men's Journal" an den Konzern American Media, der auch eine Reihe von Boulevardtiteln veröffentlicht.