Autoexperte Dudenhöffer begrüßt Einstieg von chinesischem Milliardär bei Daimler

Chinesischer Milliardär Li Shufu

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer hat den Einstieg des chinesischen Milliardärs Li Shufu bei Daimler als sehr günstig für die Entwicklung des Autobauers begrüßt. Li sei ein "langfristiger, gut berechenbarer und wichtiger Anker-Investor", erklärte Dudenhöffer am Samstag in Duisburg. Er sei ein "blendender Stratege und Investor", der dabei sei, einen der wichtigsten Weltkonzerne für Mobilität aufzubauen.

Daimler hatte am Freitag mitgeteilt, dass Li, Chef der Volvo-Mutter Geely, knapp zehn Prozent der Daimler-Aktien gekauft hat und damit zum größten Aktionär des Autobauers aufgestiegen ist. "Geely ist für Daimler fast so etwas wie eine Familie Quandt bei BMW oder Porsche-Piëch bei VW", erklärte Autoexperte Dudenhöffer.

Das Muster von Lis Strategie sei sehr gut an Volvo abzulesen: Unter Ford war der schwedische Autohersteller zum Sanierungsfall geworden. "Man wollte Ford-Fahrzeuge bauen, die den Namen Volvo trugen." Unter Li Shufu würden nun Volvos gebaut und das große Know-how der Schweden "auf Geely transformiert", erklärte Dudenhöffer. Deshalb habe Geely im vergangenen Jahr mit den neuen Volvo-Plattformen einen so großen Markterfolg erzielt und seine Verkäufe um 60 Prozent steigern können.

Li sei zudem sehr offen für die Welt der neuen Mobilität, erklärte Dudenhöffer. Das sei auch das große Plus für Daimler. Allein agierende Unternehmen wie etwa BMW könnten sich demnach in der neuen Welt der Mobilität sehr schwer tun gegenüber Google, Apple oder Amazon, die alle mit Macht in das Mobilitätsgeschäft drängen. Daimler habe nun mit Geely einen Partner, der den Silicon-Valley-Konzernen eine Technologiemacht entgegenstelle.