Nach Autobahn-Attentat: Deniz Naki kehrt nicht in die Türkei zurück

Nachdem auf Naki aus einem Auto geschossen wurde, wird er nicht in die Türkei zurückkehren. Seine Sicherheit könnte dort nicht garantiert werden.

Der kurdischstämmige Profi Deniz Naki wird nach dem Autobahn-Attentat auf seine Person nicht in die Türkei zurückkehren. Das bestätigte Nakis Anwalt Stephan Kunz dem NDR. Demnach werde sich der ehemalige U21-Nationalspieler, der früher für den FC St. Pauli und den SC Paderborn spielte, um die Auflösung seines Vertrages beim kurdischen Klub Amed SK aus der 3. türkischen Liga bemühen. 

Naki, der im vergangenen April in der Türkei nach mutmaßlicher Unterstützung der kurdischen Arbeiterpartei PKK in sozialen Medien wegen angeblicher "Terrorpropaganda" zu 18 Monaten und 22 Tagen Haft auf Bewährung verurteilt wurde, hat seine Entscheidung laut Kunz "aufgrund massiver Sicherheitsbedenken" getroffen: "Er hat sich von den Bitten seiner Familie und seines Umfeldes überzeugen lassen, in Deutschland zu bleiben."

Auf Naki waren vor gut drei Wochen auf der A4 nahe seiner Geburtsstadt Düren aus einem fahrenden Auto zwei Schüsse abgefeuert worden. Der Deutsch-Türke, der bei dem Vorfall unverletzt geblieben ist, hält den Anschlag für politisch motiviert.

Zu Nakis Zukunftsplänen machte Kunz keine Angaben. Die laufenden Ermittlungen sollten dadurch nicht beeinträchtigt werden.