Ein Auto fährt in Soldatengruppe

In Paris ist ein Auto in eine Gruppe von Soldaten gefahren. Sechs Personen wurden verletzt. Der Fahrer ist flüchtig. Die Anti-Terror-Ermittlungen haben begonnen.


Ein Fahrzeug ist in einem Vorort von Paris in eine Gruppe von Soldaten gefahren und hat sechs Militärs verletzt. Es gebe zwei Schwer- und vier Leichtverletzte, sagte eine Polizeisprecherin am Mittwoch. Der Fahrer floh, die Polizei löste eine Fahndung aus. Nähere Angaben zum Ablauf des Vorfalls in Levallois-Perret oder zu Hintergründen der Tat konnte die Sprecherin zunächst nicht machen. Zwei Soldaten wurden laut Polizei ins Krankenhaus gebracht, sie seien nicht in Lebensgefahr.

Die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen. Sie habe eine Untersuchung wegen versuchten Mordes an Amtspersonen in Verbindung mit einem Terrorvorhaben eröffnet, teilte die Behörde am Mittwoch mit.

Die Soldaten gehören zur Anti-Terror-Operation Sentinelle, die in vielen französischen Städten patrouilliert. Hinweise auf das Motiv des Fahrers sind bislang nicht bekannt. Die für Terror-Fälle zuständige Pariser Staatsanwaltschaft habe den Fall bislang nicht an sich gezogen, hieß es am Vormittag aus Justizkreisen.

Der Bürgermeister von Levallois-Perret, Patrick Balkany, geht von einem „vorsätzlichen Akt“ aus. Das Fahrzeug habe sich zuvor auf der Straße positioniert, sagte er dem Sender BFMTV: Der Fahrer habe augenscheinlich darauf gewartet, dass die Soldaten zu ihrem Fahrzeug gehen, und sei dann auf sie zugerast. „Das ist eine abscheuliche Aggression.“


Verteidigungsministerin Florence Parly sprach in einer Mitteilung von einem „feigen Akt“. Die laufende Untersuchung müsse die Absichten des Täters klären.

Französische Sicherheitskräfte waren schon mehrfach Ziel von Anschlägen, im April wurde ein Polizist auf dem Prachtboulevard Champs-Élysées erschossen. Anfang des Jahres ging ein Mann mit Macheten auf eine Militärpatrouille im Louvre-Museum los, er wurde überwältigt. Im März erschossen Soldaten einen Angreifer im Pariser Flughafen Orly.

Am vergangenen Wochenende wurde ein Mann mit einem Messer am Eiffelturm festgenommen, der in einer Vernehmung sagte, er habe einen Anschlag auf einen Soldaten geplant. Er wurde inzwischen in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen.

Innenminister Gérard Collomb kündigte an, gemeinsam mit Verteidigungsministerin Florence Parly die verletzten Soldaten zu besuchen. Die Operation Sentinelle begann nach dem islamistischen Anschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ im Januar 2015. 7000 bis 10 000 Soldaten sind dafür in Frankreich im Einsatz. Bei Terroranschlägen in Frankreich wurden seit Anfang 2015 fast 240 Menschen ermordet.