Auto fährt in Berlin in Menschengruppe - ein Toter und mehrere Verletzte

In Berlin ist am Mittwoch ein Auto auf einen Bürgersteig in eine Menschengruppe gefahren, bevor es in einem Geschäft zum Stehen kam. Dabei wurden nach Angaben von Feuerwehr und Polizei ein Mensch getötet sowie mehrere weitere teils lebensgefährlich verletzt. Die genaue Zahl blieb zunächst unklar und schwankte zwischen acht und zwölf, die Ursache des Geschehens war vorerst ebenso unklar.

Der 29-jährige Fahrer wurde demnach von Passanten festgehalten und dann an Polizisten übergeben, die ihn festnahmen. Nach Angaben eines Sprechers der Beamten liefen die Untersuchungen zu Ablauf und Ursachen des Vorfalls an einer Kreuzung am Beginn des Kurfürstendamms in Berlin-Charlottenburg. Nach ersten Erkenntnissen fuhr der Mann mit seinem Kleinwagen demnach zunächst in einen Menschengruppe und wenig später das Schaufenster eines Geschäfts.

Es sei noch ungeklärt, ob es sich um eine vorsätzliche Tat handle oder um einen Unfall "vielleicht sogar mit einem medizinischen Notfall als Grundlage", sagte der Sprecher vor Ort zu Journalisten. Bei dem Fahrer des Autos handelte es sich der Polizei zufolge um einen Mann mit deutscher und armenischer Staatsbürgerschaft. Dieser lebt in der deutschen Hauptstadt.

Nach Angaben der Feuerwehr gab es außer dem Toten acht Schwerverletzte, von denen fünf in Lebensgefahr schwebten. Dazu kam eine zunächst nicht näher genannte Zahl an möglicherweise leichter Verletzten. Die Polizei sprach zwischenzeitlich von mehr als zwölf Verletzten. In ersten Meldungen war gar von 30 Verletzten die Rede, dies bestätigte sich laut Feuerwehr aber nicht.

Feuerwehr und Rettungsdienst waren mit einem Großaufgebot vor Ort, während die Polizei das Gebiet absperrte und sicherte. Allein die Beamten waren nach eigenen Angaben mit etwa 130 Einsatzkräften vor Ort. Unter anderem landete auch ein Rettungshubschrauber. Die Feuerwehr mobilisierte rund 60 Kräfte. Auch ein Informationstelefon für Angehörige wurde freigeschaltet.

Der Ort des Geschehens liegt am Beginn des Kurfürstendamms, der belebten Einkaufsstraße im Westen der Hauptstadt. In der Nähe befinden sich die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche sowie der Breitscheidplatz. Die Polizei bat etwaige Zeuginnen und Zeugen, ihre Beobachtungen an ein Hinweisportal zu melden. Dort können unter anderem auch Handyaufnahmen hochgeladen werden.

Der Berliner Senat und die Bundesregierung reagierten schockiert auf den Vorfall und sprachen allen Betroffenen ihr Mitgefühl aus. Die Berliner Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) und Innensenatorin Iris Spranger (SPD) kündigten an, sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen. "Die Polizei arbeitet mit Hochdruck an der Aufklärung", teilte Giffey mit.

Nach Angaben eines Sprechers des Bundesinnenministeriums in Berlin standen die Sicherheitsbehörden des Bundes und des Landes Berlin wegen der Vorfalls im engen Austausch. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) habe bereits mehrmals mit ihrer Berliner Amtskollegin Spranger gesprochen, sagte er am Mittwoch in Berlin vor Journalisten. Es sei allerdings noch zu früh, über Hintergründe "zu spekulieren". Die Aufklärung laufe "unter Hochdruck".

bro/cfm

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