Auswärtiges Amt macht sich über „Traditionshasen“-Streit lustig

„Traditionshase“ statt „Osterhase“ aus Rücksicht auf religiöse Gefühle? (Bild: AP Photo)

Die Bezeichnung „Traditionshase“ für Schokolade in Hasenform war für etliche Social-Media-User ein Kniefall vor der angeblichen Islamisierung Deutschlands. Kritik und Unverständnis folgten auf dem Fuße. Nun verspottete auch das Auswärtige Amt die Hysterie um die Osterschokolade.

Die Empörung über die Bezeichnung „Traditionshase“ erntete über das Osterwochenende reichlich Spott in den sozialen Medien. Nun schaltete sich auch das Auswärtige Amt in die Debatte ein und tweetete am Montag ein Bild von Schokoladen-Verpackungsresten – zusammen mit einer ironischen Botschaft. Die oft erwähnte „Sorge“ um eine angeblich schleichende Islamisierung im Kleinsten wurde dabei auch vom Außenministerium erwähnt. Nur eben auf die bereits verzehrten Süßigkeiten umgemünzt. Das Bundeskriminalamt reagierte darauf mit einer augenzwinkernden Bemerkung.



Unter den knapp 150 Antworten findet sich sowohl Lob für die Aktion wie auch Kritik.





Sollen sich Ämter und Behörden an solchen öffentlichen Debatten beteiligen, wenn sie ins Lächerliche abdriften? Die Meinungen dazu gehen auseinander.




Zahlreiche andere User treiben indes weiterhin ihre Späßchen mit der Schokohasen-Kontroverse.




Zuvor war eine Debatte losgebrochen über die korrekte Bezeichnung von Schokolade in Hasenform. Der Anlass: Die Bundestagsabgeordnete Erika Steinbach, einst Mitglied der CDU – mittlerweile der AfD nahestehend – hatte auf Twitter eine Quittung von Karstadt mit der Bezeichnung „Traditionshase“ zusammen mit einer Erklärung zum Boykott veröffentlicht. Auf anderen Seiten wurde auch der „Schmunzelhase“ von Milka kritisiert. Rechte deuten das Vermeiden des Begriffs „Osterhase“ als Anzeichen einer „Islamisierung“ Deutschlands. Tatsächlich sind die Bezeichnungen seit mehreren Jahrzehnten üblich, wie Hersteller und Händler wiederholt klarstellten.