Auswärtiges Amt bemüht sich um Ausreise deutscher Kinder aus irakischer Haft

Die Bundesregierung bemüht sich um die Ausreise von deutschen Kindern und Kleinkindern, die mit ihren Müttern in irakischen Gefängnissen festgehalten werden. Aus dem Auswärtigen Amt hieß es am Donnerstag, "soweit die Eltern dies wünschen", stehe das Ministerium in Kontakt mit den irakischen Behörden, um die Kinder nach Deutschland zu holen. Demnach werden mehrere deutsche Kinder in irakischer Haft konsularisch betreut.

Bei den Kindern handelt es sich nach einem Bericht von "Süddeutscher Zeitung", NDR und WDR um Kinder deutscher Frauen, die sich der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen hatten. Mehrere Frauen wurden von der irakischen Armee nach der Eroberung der Millionenstadt Mossul im Juli festgenommen. Laut dem Bericht befanden sich zuletzt mindestens sechs deutsche Kinder mit ihren Müttern in irakischen Verhörzentren.

Die Kinder, die teilweise im sogenannten Kalifat des IS geboren wurden, sollen dem Bericht zufolge nun zu Verwandten nach Deutschland. Ihre Mütter könnten möglicherweise im Irak vor Gericht gestellt werden. Zunächst müsse jedoch geklärt werden, ob die Kinder ohne Zweifel deutsche Staatsbürger seien, hieß es in dem Bericht. Hierzu habe es bereits erste DNA-Tests gegeben. Im IS-Gebiet geborene Kinder haben demnach nur Papiere von der Dschihadistenmiliz.

Die Bundesregierung fühlt sich dem Bericht zufolge verpflichtet, sich vor allem um die in irakischer Haft sitzenden Kinder zu kümmern. Jedoch müssten auch die Bürger in Deutschland vor möglicherweise radikalisierten Rückkehrern geschützt werden - dies könnten auch Frauen oder ältere Kinder sein.

Inzwischen bilde sich unter europäischen Ländern die Linie aus, wonach es einfacher sei, besonders junge Kinder zurück zu holen. Diese gälten als wenig indoktriniert und hätten noch kein Kampftraining durchlaufen, berichten "SZ", NDR und WDR.