Ausverkauf, Panik, Jammern – und Gold

Markus Bußler
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Ausverkauf, Panik, Jammern – und Gold

Jeder hat es mitbekommen: Der Dow Jones ist eingebrochen, der DAX folgt ihm brav und auch in Asien herrscht Verzweiflung. Und medial klingt das auch dramatisch. „Der größte Punkte-Verlust der Geschichte.“ Stimmt – ist aber natürlich nur die halbe Wahrheit. Tatsächlich hat der Dow vom Top rund 8,5 Prozent verloren.

8,5 Prozent – nach einer Rallye von rund 40 Prozent. Und die Verwunderung ist groß. Solche Bewegungen sind bei den Goldminen sicherlich keine Seltenheit. Das hat jeder – und ich meine wirklich jeder – Anleger im Gold- und Silbersektor schon am eigenen Leib erfahren müssen. Märkte unterliegen Zyklen. Das haben die Anleger in Krypto-Währungen erfahren müssen und das gilt eben auch für Standardmärkte.

Gold und Aktien - (k)ein Zusammenhang?

Diejenigen, die der festen Überzeugung waren, dass der Goldpreis explodieren würde, wenn die Aktienmärkte einbrechen, dürfte gestern enttäuscht gewesen sein. Gold selbst präsentierte sich zwar fest. Aber von einer Kaufpanik konnte nicht die Rede sein. Es war, wie es in der Geschichte immer gewesen ist: Die Anleger flüchteten in erster Linie in Cash. Das ist ganz normal. Keine Anomalie hier.

Was sich gestern wieder gezeigt hat: Der von vielen Experten immer wieder herbeigeredete Zusammenhang zwischen Gold und Aktienmärkten ist ein Mythos, der sich historisch nicht belegen lässt. Gold, Aktien, Kryptowährungen und so weiter durchlaufen ihre eigenen Zyklen. In der Vergangenheit haben sich Gold und Aktien häufig gleichlaufend entwickelt und oft auch gegenläufig. Es bedarf viel Fantasie, daraus eine Regel abzuleiten.

Gold notiert nach wie vor rund 3,5 Prozent unter einem Mehrjahreshoch. Die COT-Daten sollten sich nach dem deutlicheren Abverkauf am vergangenen Freitag verbessert haben. Silber arbeitet an einer Bodenbildung. Unabhängig von der Entwicklung der Aktienmärkte stehen die Chancen für ein gutes Goldjahr nach wie vor gut.