Australischer Senat stimmt Einführung der Homo-Ehe zu

Die Homo-Ehe hat in Australien eine wichtige parlamentarische Hürde genommen: Am Mittwoch stimmte der Senat mit 43 zu zwölf Stimmen der Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe zu

Das Gesetz zur Einführung der Homo-Ehe in Australien hat eine wichtige parlamentarische Hürde genommen: Am Mittwoch stimmte der Senat mit 43 zu zwölf Stimmen der Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe zu. Eine Zustimmung im Unterhaus wird noch vor Weihnachten erwartet. Die meisten Abgeordneten hatten angekündigt, sie würden den Willen des Volkes respektieren, nachdem die Australier in einem Referendum für die Einführung der Homo-Ehe gestimmt hatten.

Bei der Senatsabstimmung am Mittwoch wurden von Konservativen eingebrachte Änderungsanträge abgelehnt. Sie hatten gefordert, dass Geistliche aus Gewissensgründen die Trauung homosexueller Paare ablehnen dürfen. Auch Dienstleister wie Bäcker oder Blumenhändler sollten Bestellungen von homosexuellen Hochzeitspaaren ablehnen können. Ebenfalls erfolglos war der Antrag, dass Eltern ihre Kinder aus Schulprogrammen herausnehmen dürfen, wenn es nach ihrer Ansicht heterosexuelle Traditionen untergräbt.

Senator Eric Abetz, der an vorderster Front gegen die Homo-Ehe gekämpft hatte, kritisierte die Entscheidungen als Intoleranz gegenüber religiösen Konservativen. Das australische Volk habe nicht dafür gestimmt, das Recht der Menschen auf Meinungs- und Religionsfreiheit zu beschränken, sagte er.

Die prominente lesbische Labor-Politikerin Penny Wong begrüßte die Entscheidung des Senats. "Wir erleben einen Akt der Anerkennung", erklärte sie. Der Senatsbeschluss sage "so vielen Australiern: Dieses Parlament, dieses Land akzeptiert Euch, als das, was Ihr seid. Eure Liebe ist nicht weniger wert, noch seid Ihr es."

Nach jahrelanger Debatte hatten die australischen Bürger über die Homo-Ehe abstimmen dürfen. Die Briefabstimmung begann im September und lief bis Anfang November. Rund 62 Prozent der Teilnehmer stimmten für die Homo-Ehe, rund 38 Prozent dagegen. Der australische Premierminister Malcolm Turnbull unterstützte das Ja-Lager.