Australische Medien schließen sich Berufung von Bauer gegen Rebel Wilson an

Die wichtigsten Mediengruppen in Australien wollen sich der Berufung des Bauer-Konzerns gegen seine Verurteilung zu einer Millionenentschädigung an Hollywoodstar Rebel Wilson anschließen

Die wichtigsten Mediengruppen in Australien wollen sich der Berufung des Bauer-Konzerns gegen seine Verurteilung zu einer Millionenentschädigung an Hollywoodstar Rebel Wilson anschließen. Die sechs "ungleichen Bettgenossen" aus dem Zeitungs- und Rundfunkwesen hätten ein Antrag auf Streithilfe in dem Verfahren gestellt, schrieb ihr gemeinsamer Anwalt Justin Quill in der Zeitung "Melbourne Herald Sun" vom Montag. Es handelt sich demnach News Corp und Fairfax, Macquarie sowie ABC, Seven und Nine.

Dies zeige, wie ernst die Medienunternehmen die Angelegenheit nähmen, erklärte Quill weiter. Mitte Mai hatte ein Gericht im Bundesstaat Victoria geurteilt, der 37-jährige Star aus Komödien wie "Brautalarm" und "Pitch Perfect" sei in mehreren Artikeln der Bauer-Zeitschriften "Women's Weekly", "Woman's Day" sowie "OK" diffamiert worden.

Ein Gericht im US-Bundesstaat Victoria verdonnerte den australischen Ableger des deutschen Konzerns dann im September zu einer bisher beispiellosen Entschädigungszahlung von 4,5 Millionen australischen Dollar (rund drei Millionen Euro), um die Tragweite der Verleumdung deutlich zu machen. Dazu zählten neben 3,9 Millionen Dollar für entgangene Filmrollen weitere 650.000 Dollar für allgemeine und verschärfte Schäden - die australischen Diffamierungsgesetze sehen aber einer Deckelung der Zahlungen für allgemeine Schäden von 389.500 Dollar vor.

Laut Anwalt Quill versuchen seit dem Urteil auch andere Kläger, diese Deckelung zu umgehen. Diese sei aber zur Verteidigung der Meinungsfreiheit wichtig, damit Medien beispielsweise weiterhin "zwielichtige Politiker" oder "skrupellose Geschäftspraktiken" bloßstellen könnten.

In den Artikeln aus dem Jahr 2015 war Wilson als notorische Lügnerin dargestellt worden, die mit falschen Angaben über Namen, Alter und Herkunft ihre Karriere in den USA anzukurbeln versucht habe. Wilson warf dem Medienkonzern vor, ihrer Karriere geschadet zu haben. So habe sie Jobs für die Zeichentrickfilme "Trolls" und "Kung Fu Panda 2" verloren, nachdem die Berichte erschienen seien. Die Entschädigung will sie nach eigenen Angaben spenden.