Australiens Premierminister verteidigt verzögerten Start von Impfkampagne

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Scott Morrison

Trotz zunehmenden Drucks zum Start seiner Corona-Impfkampagne in Australien will Premierminister Scott Morrison keine "unnötigen Risiken" eingehen. "Australien befindet sich nicht in einer Notsituation wie Großbritannien. Also müssen wir keine Abstriche machen", sagte Morrison am Dienstag dem Lokalradiosender 3AW. Während in vielen Ländern bereits die Impfungen begonnen haben, wird die australische Arzneimittelbehörde erst im Februar über eine Impfstoff-Zulassung entscheiden. Erste Impfungen werden voraussichtlich Ende März erfolgen.

Morrison, der zu Beginn der Pandemie betont hatte, dass Australien "an der Spitze der Warteschlange" für jeden Impfstoff stehe, verteidigte nun den verzögerten Impfstart. Anders als Großbritannien sei Australien nicht gezwungen, Notfallzulassungen für die Vakzine zu erteilen. Das Land müsse angesichts geringer Fallzahlen keine "unnötigen Risiken" eingehen, betonte Morrison.

Angesichts von fast 60.000 Neuansteckungen pro Tag habe Großbritannien schneller handeln müssen. "Sie testen die Impfstoffchargen nicht, bevor sie in der Bevölkerung verteilt werden", sagte Morrison und betonte, dass Australien solche Tests durchführen werde.

In den ländlichen Gebieten Australiens werden derzeit kaum Ansteckungen mit dem Coronavirus registriert. Das Land kämpft jedoch gegen kleinere Ausbrüche in den Städten Sydney und Melbourne. Derzeit werden landesweit knapp 30 Corona-Patienten im Krankenhaus behandelt.

Das Land mit einer Bevölkerung von etwa 25 Millionen Menschen hat vereinbart, knapp 54 Millionen Dosen des Herstellers AstraZeneca zu kaufen, von denen 3,8 Millionen Dosen Anfang des Jahres ausgeliefert werden sollen. Zudem hat Australien eine Vereinbarung über den Kauf von zehn Millionen Dosen mit den Herstellern Pfizer und Biontech getroffen.

gap/gt