„Australien ist kein Land“ – Studentin scheitert bei Abschlussarbeit wegen Fehler von Professorin

Über den Status von Australien waren sich eine Uni-Lehrkraft und eine Studentin nicht ganz einig. (Bild: ddp images/robertharding/Fraser)

Weil sie Australien in einer Uni-Arbeit als Land bezeichnet hatte, wurde eine US-amerikanische Studentin negativ beurteilt. Die Professorin zeigte sich trotz Kritik uneinsichtig.

Dass Australien sowohl ein Land als auch ein Kontinent ist, sollte eigentlich vor allem für Akademiker zum Allgemeinwissen gehören. Ganz anders sah das allerdings eine Lehrkraft der Southern New Hampshire Universität (SNHU) – zum Leidwesen der 27-jährigen Ashley Arnold. Arnold, die eine Online-Ausbildung in Soziologie absolviert, suchte sich für ihre Abschlussarbeit im Bereich Social Media Australien als Forschungsland aus. Das berichtete die Website „BuzzFeed“. Umso überraschter war sie, als sie Anfang Februar ihre Arbeit mit negativer Beurteilung zurückbekam. Die Begründung: „Australien ist ein Kontinent, kein Land.“

„Zuerst dachte ich, dass das ein Scherz sei, das kann doch nicht wahr sein. Als ich dann weiterlas, merkte ich, dass sie das definitiv ernst meinte“, sagte Arnold zur US-Website. „Wer mit ihrem Ausbildungsgrad und ihrer Expertise würde nicht wissen, dass Australien ein Land ist?“, so Arnold weiter. „Wenn sie sich nicht sicher ist oder das hinterfragt, warum googelt sie das nicht einfach?“

Arnold wandte sich in einem Brief an die Lehrkraft, deren Identität sie nicht preisgeben will. „Ich glaube, ich habe deswegen null oder nur einen Teil der möglichen Punkte bekommen, weil die Lehrerin sagte ‚Australien ist ein Kontinent, kein Land.’ Nichtsdestotrotz glaube ich, dass Australien ein Land ist“, schrieb sie – und belegte ihre Meinung auch noch mit akademischen Quellen.

Lehrerin kopiert Schülerin und wird dafür gefeiert

Zwar reagierte die Professorin auf das Schreiben – blieb ihrem Australien-Skeptizismus aber treu. „Ich werde mir Ihre Arbeit gerne noch einmal ansehen. Aber bevor ich das tue, möchte ich, dass Sie verstehen, dass ein einzelner Fehler in einem Projekt das gesamte Forschungsprojekt ungültig machen kann. Forschung ist wie Domino, wenn Sie versehentlich einen Teil umstoßen, wird das gesamte Set fallen“, schrieb die uneinsichtige Lehrkraft und legte noch einmal nach: „Australien ist ein Kontinent, kein Land. Dieser Fehler machte es nahezu unmöglich für Sie, Ihr Forschungsprojekt korrekt zu gestalten. Wie ich es aber bereits oben anmerkte, werde ich mir Ihre Arbeit noch einmal ansehen und schauen, ob Sie mehr Punkte verdient haben, als ich sie Ihnen gegeben habe.“

Arnold ließ das nicht auf sich sitzen und schrieb der Professorin eine weitere Antwort. Darin zitierte sie die Info-Rubrik der Website der australischen Regierung – die deutlich klarstellt, dass es sich bei Australien sowohl um ein Land als auch um einen Kontinent handelt. Auch das wollte die Lehrkraft nicht glauben: „Danke für die Web-Adresse. Nachdem ich unabhängig über das Land/Kontinent-Problem geforscht habe, werde ich mir Ihre Arbeit noch einmal ansehen.“

Die Universität meldete sich auf Anfrage von „BuzzFeed“ mit einem Statement: „Die SNHU fordert von ihren Professoren einen hohen Standard und ist darum bemüht, hochqualitative Studienprogramme für alle Studenten zu bieten“, so ein Sprecher. „In dieser Frage hat die Studentin recht. Wir nehmen diese Sorge sehr ernst und unser akademisches Team ist darum bemüht, diese Sachlage aufzuklären.“


Laut der US-Website handelte es sich bei der Lehrkraft um keine Angestellte der SNHU, sondern um eine freie Mitarbeiterin.

Auch via Twitter entschuldigte sich die SNHU offiziell – und erklärte, den Kurs fortan mit einer anderen Lehrkraft fortzusetzen: „Wir bedauern die Interaktion zwischen unserer Professorin und unserer Studentin zutiefst. Wir haben uns bei Ashley entschuldigt, die Lehrerin ersetzt und erstatten ihr die Gebühr für den Kurs zurück. An unsere Freunde in Australien, wir wissen, dass ihr ein Land und ein Kontinent seid, viel Glück bei den Olympischen Spielen.“

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