Australischer Bezirk setzt Kopfgeld auf verwilderte Katzen aus

Verwilderte Katzen werden im australischen Verwaltungsgebiet Banana Shire zum Problem. (Bild: ddp Images/PPE/Buys)

Weil verwilderte Hauskatzen besonders viele Vögel jagen und töten, geht der australische Verwaltungsbezirk Banana Shire nun mit ungewöhnlichen Mitteln gegen die wachsende Population vor: Für jeden Skalp einer erlegten Katze gibt es eine Belohnung von 10 Dollar (ca. 6,50 Euro) – die Kopfhaut eines Katzenbabys bringt die Hälfte der Belohnung.

Damit erhofft sich die Kommunalregierung, den zerstörerischen Effekt der Katzen auf heimische Vögel und andere Säugetiere einzugrenzen. Dafür sei ein Budget von über 25.000 Dollar bereitgestellt, wie das Online-Magazin der australischen Tageszeitung „The Morning Bulletin“ berichtete – umgerechnet also rund 16.660 Euro. Ein ähnliches Programm startete vor Kurzem im McKinley Shire und hatte dort eine erhebliche Wirkung auf die Population der entlaufenen und verwilderten Hauskatzen, wie der Umweltbeauftragte Chris Welch anmerkte.

Eine aktuelle Studie des Threatened Species Recovery Hub, des nationalen Umweltwissenschaftsprogramms, legt eindeutige Zahlen vor: Demnach töten Hauskatzen, die noch ein Heim haben, in Australien 61 Millionen Vögel im Jahr, verwilderte Artgenossen dagegen fünfmal so viele, insgesamt 316 Millionen. Diese Zahlen seien „gigantisch“, wie der leitende Wissenschaftler John Woinarski im Gespräch mit „The Morning Bulletin“ zu verstehen gab. „Für australische Vögel sind Katzen ein andauerndes und tief verwurzeltes Problem, das effektiver angepackt werden muss.“

Die Tierschutzorganisation PETA kritisierte die Kommunalregierung für ihren umstrittenen Beschluss. Ashley Fruno, stellvertretende Kampagnenleiterin bei PETA, warnte Katzenbesitzer, ihre Tiere unbeaufsichtigt ins Freie zu lassen – schließlich könnte auch für sie eine Gefahr bestehen. Außerdem forderte sie eine andere Form der Eingrenzung: „Die einzige Lösung für Australiens Problem mit den verwilderten Katzen ist eine groß angelegte Sterilisierungskampagne, wobei tierfreundliche Methoden finanziert werden, um eine humane und effektive Verringerung der Population zu gewährleisten.“