Ausstellungen: Skulptur mit Abwrackprämie

Die 13 ist für die Organisatoren der "Kalk Kunst" keineswegs eine Unglückszahl. Im Gegenteil, mit der 13. Auflage der von der Bürgerstiftung "Kalk Gestalten" veranstalteten Kunstausstellung hat man sogar nochmals zugelegt und ist in sieben Vororten des Stadtbezirks präsent. Zu den seit Jahren bewährten Stationen in Kalk, Humboldt-Gremberg und Höhenberg, Rath-Heumar und Merheim ist im Vorjahr noch Neubrück und diesmal Vingst hinzugekommen. Während die Neubrücker, die zwar mit dem "Kunstsommer" eine eigene ähnliche Veranstaltung haben, zusätzlich bei der Kalk Kunst mitmachen wollten, winkten die Künstler aus Brück ab. Dort will man sich ganz auf die "Brücker Kunsttage" konzentrieren.

"63 Künstler und zwölf Gruppen stellen an 71 Orten aus - in Geschäften, Banken und Büros, in Krankenhäusern, Arztpraxen und Altenheimen" sagt Kerstin Schmedemann aus dem Vorstand der Stiftung Kalk-Gestalten. Als neue Ausstellungsorte sind in diesem Jahr das ACR Sportcenter und Jugendzentrum ENBE (beide am Neubrücker Ring), das Bürgerzentrum in Vingst, die Bestattungshäuser Koziol (Rath-Heumar) und Frings (Humboldt-Gremberg), der Kunsttreff Hinterhof 24 an der Taunusstraße und eine Physiotherapie-Praxis am Ottmar-Pohl-Platz hinzugekommen.

Der neue Polizeipräsident Uwe Jacob und Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach werden die Schau mit Collagen, Objekten und Installationen aller Art am 22. September (Freitag) um 19 Uhr im Polizeipräsidium am Walter-Paul-Ring eröffnen. Dort werden die meisten Künstler dann auch mit ihre Werken vertreten sein. So auch Malerin Sandra Johnston (29) und Stefan Baumann (53), der sowohl malt als auch Objekte aus Schrottautos herstellt.

Die meisten Teile, die der gebürtige Kölner Baumann dazu verwendet, stammen noch aus seinem eigenen Ford Granada Kombi. Den hatte er zu Zeiten der Abwrackprämie im Jahr 2009 vor der Kunsthochschule in Stuttgart nach und nach in seine Einzelteile zerlegt. "Als die Behörden sich später bei mir nach dem Verbleib des Fahrzeuges erkundigten, habe ich sie an den Stuttgarter Kunstverein verwiesen", sagte Baumann und lacht. "Damit gab man sich zufrieden und ich erhielt die Prämie in Höhe von 2500 Euro ausbezahlt."

Einige Teile des alten Kombis liegen noch in seiner Werkstatt in einem Hinterhof in Humboldt-Gremberg. Die fertigen Skulpturen werden im Foyer des evangelischen Krankenhauses zu sehen sein. Seit einem Jahr lebt Baumann wieder in Köln und pendelt zwischen der Südstadt, Nippes, wo er sich mit Kollegen ein Atelier teilt und Humboldt-Gremberg hin und her.

An der Taunusstraße will er einen Ausstellungsraum etablieren, in dem auch befreundete Künstler ihre Arbeiten zeigen können. Premiere ist im Rahmen des Miteinander-Stadtteilfestes bevor der Raum auch zur "Kalk Kunst" geöffnet wird - jeweils Donnerstag bis Samstag von 16 bis 19 Uhr.

Rund um die Uhr können dagegen die Bilder von Sandra Johnston begutachtet werden. Ihre zumeist abstrakten Arbeiten hängen in dem großen Fenster der Sünner-Brauerei an der Kalker Hauptstraße. Johnston, die im Bergischen aufgewachsen, mit einem Engländer verheiratet und im Hauptberuf als Dekorateurin für Innenbereiche tätig ist, lebt seit fünf Jahren in Köln. "Hier habe ich mir eine Studio eingerichtet, in dem in jeder freien Minute gemalt wird. Mit Acrylfarben auf Leinwand, aber auch auf Holz und Papier. Oft bis spät in die Nacht hinein."

Bei den abstrakten Bildern lässt sie sich von Landschaften und Reiseerlebnissen inspirieren. "Wir waren zuletzt einige Wochen in Kambodscha unterwegs. Die Eindrücke kann man schon sehen." Gelb- Grün- und Blautöne sind bei der Arbeit derzeit ihre Lieblingsfarben.

Einige der Bilder waren schon bei Kunstmessen und Gruppenausstellungen in Mailand und Madrid zu sehen. Im Vormonat hatte sie in Köln ihre erste Einzelausstellung in der Galerie von Rudolf Smend an der Mainzer Straße.

Spaziergänge zur Kunst

Am 23. September geht es durch Neubrück (Treffpunkt: 15 Uhr am Deutschordens-Wohnstift) und am 24. September durch Rath-Heumar (Treffpunkt 13 Uhr an der Mode-Boutique La Vida). Am 28. September steht von den Arcaden aus (15.30 Uhr) ein Spaziergang über die Kalker Hauptstraße an. Am 29. September geht es für die Kunstinteressierten mit dem Rad durch Merheim. Dort trifft man sich um 16 Uhr am Bestattungshaus Hoffmann an der Ecke Olpener Straße und Servatiusstraße. (NR)...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta